Wie man als Schriftsteller Karriere macht



Wie wird man Schriftsteller?

Früher habe ich darauf immer geantwortet: Indem man ein Buch veröffentlicht und dafür Geld bekommt. Dann ist man Schriftsteller.

Mittlerweile schließe ich mich einer gemäßigten Definitionsschule an: Wer - ENDE- unter einen selbstverfaßten Roman geschrieben hat, der darf sich auch schon als Schriftsteller bezeichnen.

Aber vorher nicht. Vor dem ersten fertigen Roman ist alles Embryonalphase!



Um ehrlich zu sein, möchte ich schon beruflich Autor werden, da ich mir eigentlich kaum einen schöneren Beruf vorstellen kann.

Was ich mich immer zuerst frage, wenn mir jemand so etwas sagt, ist: wie stellt der sich diesen Beruf vor?

Schriftsteller werden wollen, das ist ähnlich, als wolle man Tennisprofi werden. Viele Leute finden Geschmack am Tennis - für ein, zwei Stunden pro Woche. Dann reicht es. Aber Tennis zum Beruf machen, heißt, jeden Tag acht Stunden trainieren. Wenn man sich überlegt, ob man Tennisprofi werden will, muß man zuerst überlegen, ob man das will. Wenn sich bei dem Gedanken die Nackenhaare sträuben, braucht man nicht mehr zu grübeln, ob das Talent reicht.

Schriftsteller sein heißt, sich wie besessen mit Texten zu befassen. Man trifft verdammt wenig Leute dabei. Man schreibt mehr oder weniger dauernd. Keine Wochenenden, kein Urlaub. Das ist es, was man will, wenn man Schriftsteller werden will.



Mein Großvater sagte einmal: "Wer schreibt, der bleibt." Ich bin der Überzeugung, dass Schriftsteller einen Weg zur Unsterblichkeit gefunden haben.

Naja. Das kann man so sehen. Dann darf man allerdings nicht in Antiquariate gehen oder auf Flohmärkte. Ich sehe in Antiquariaten viele Bücher, die zu ihrer Zeit mal große Hits waren und die heute vergessen sind und ihre Autoren mit ihnen. Viele Bestsellerautoren der Siebzigerjahre sind heute nirgends mehr erhältlich (und manche von denen leben noch!). Einstmals berühmte Schriftsteller des letzten Jahrhunderts kennt man nicht mal mehr dem Namen nach. - Und in tausend Jahren? Da wird man, so es noch Menschen gibt, allenfalls noch Shakespeare kennen.

Ach, wenn es einem um Ruhm und Unsterblichkeit geht, sollte man lieber Massenmörder werden.

Ich muß wieder auf den Anfang zurückkommen: die Freude am Schreiben selbst. Wenn einem die Tätigkeit des Schreibens an sich keinen Spaß macht, dann sollte man es lassen. Wenn man es nicht liebt, zu schreiben, sondern geschrieben zu haben, dann quält man sich nur unnötig. Mir persönlich geht es so, daß ich es einfach genieße, zu schreiben - auf den Tasten herumzuhacken und zu sehen, wie sich da Worte formen usw. - und ein Tag, an dem es gut gelaufen ist, freut mich mehr, als wenn ich irgendwelche Lobeshymnen über mich oder meine Bücher in der Zeitung lese (nicht daß mir das nicht auch gefällt, aber vor allem in dem Sinn: "ah, das macht vielleicht Leute auf meine Bücher aufmerksam").

Wenn es mich glücklich macht, Bücher zu schreiben, und die auch noch gelesen werden - was schert mich dann der Nachruhm? Davon hat man ja nichts.



Ich möchte meinen Kindheitstraum verwirklichen, Geschichten erzählen und hauptberuflich Bücher schreiben. Bis dahin werde ich dieser Passion nebenberuflich nachgehen.

Das ist die richtige Einstellung. Man kann nur nebenberuflich einsteigen, denn eines muß man unter allen Umständen vermeiden: daß man des Geldes wegen schreiben muß.

Ein gefährlicher Satz, der bitte richtig verstanden werden muß. Es ist OK, Geld mit Schreiben zu verdienen. In unserer Gesellschaft ist Geld schließlich der anerkannteste (und ehrlichste) Ausdruck von Anerkennung. Es ist auch OK, allein vom Schreiben zu leben, wenn man es kann. (Mein ursprünglicher Brotberuf hat sich auch erst nach und nach verdünnisiert...)

Aber nicht OK und das Gegenteil von dem, was man angestrebt hatte, ist folgende Situation: "Ich will diesen unglaublichen Horrorschocker schreiben, der mir im Hirn herumgeht - aber die Miete ist fällig, die Gaswerke mahnen, meine Frau braucht einen neuen Mantel und ich bin mit den Raten für den Fernseher im Rückstand, also schreibe ich jetzt den historischen Schinken/das Sachbuch über Eigenurintherapie/mache die Übersetzung zu der ich null Bock habe/schreibe Rezensionen von Büchern, die ich nie gelesen habe, weil dieses Magazin, das keiner liest, gut dafür zahlt usw."

(Ja, ich weiß, Balzac hat seine besten Bücher unter solchem Druck geschrieben. Na schön. Vielleicht funktioniert es für manche so. Aber er hat soviel Kaffee dabei verbraucht, daß man eine Kleinstadt damit hätte wachhalten können, und sich die Gesundheit ruiniert. Und er war BALZAC!)



Ich trage mit mir den Wunsch herum, vielleicht irgendwann einmal Schriftsteller zu werden - einen anderen Berufswunsch habe ich momentan nicht.

Schön, aber - Schriftsteller kann man nicht so werden, wie man Installateur oder Volkswirt werden kann. Es gibt keine Schule, keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg und keine Abschlußprüfung. Und eigentlich auch keine Stellen - man ist selbstständig und muß sich seine "Kundschaft" selber suchen.

Es ist überaus schwierig, vom Schreiben allein zu leben. Es gibt in der Bundesrepublik höchstens 100 Schriftsteller, die das wirklich von sich behaupten können, eher weniger (ich gehöre gerade mal eben dazu). Ein Mann, der viele Autoren begleitet hat, hat mir mal gesagt, daß es von dem Moment an, in dem man das erste Buch veröffentlicht, mindestens 10 Jahre dauert, bis man allein vom Schreiben leben kann. Wobei es keine Garantien gibt. Zahlreiche hochberühmte und preisgekrönte Schriftsteller mußten ihr Leben lang einem Erwerbsberuf nachgehen.

In dem Sinn ist Schriftsteller kein Beruf. Elektriker ist ein Beruf.



Bei Heyne wird die Rollenspielserie Das Schwarze Auge veröffentlicht... Da erscheint dann so ein Roman wie eine Eintagsfliege, wenn man Glück hat, schreibt man später noch einen zweiten, der auch veröffentlicht wird, aber Heyne kommt da nicht auf die Idee, auch mal anderen Stoff zu nehmen. Man geht davon aus, daß die Leser in erster Linie die Bücher um der Serie Willen erwerben, nicht weil da jetzt wieder ein neues Werk von Autor XY rausgekommen ist.

Ja. Genau das scheint mir der Punkt zu sein. Im angloamerikanischen Sprachgebrauch nennt man das "Packaging" - man schreibt für eine Romanserie (Jerry Cotton, Perry Rhodan, etc.), novellisiert eine Fernsehserie (Star Trek, Gute Zeiten Schlechte Zeiten, etc.) usw., und nicht nur, daß man sich dadurch keinen Namen macht (weil die Hefte/Bücher wegen der Serie gekauft werden, nicht wegen des Autors), man hätte nicht einmal das Recht, mit einem Werk woanders hinzugehen, weil die Rechte an den "Grundzutaten" einem nicht gehören. Man erwirbt allenfalls eine gewisse Übung im Schreiben und hat die Genugtuung, sich gedruckt zu sehen, aber ansonsten riecht dieser Weg stark nach Sackgasse, falls man den Ehrgeiz hat, Schriftsteller zu werden. Da muß man allein stehen können.



ich bin im moment journalist, schreibe jeden tag für eine lokalzeitung, aber ich bin unzufrieden. ich schreibe über dinge, die mich oft überhaupt nicht interessieren (gemeindeversammlungen, verkehrsunfälle etc.). und wenn ich nach hause komme und endlich zeit hätte, geschichten zu schreiben, ist mein kopf matschig und schwer. ich hab mir schon überlegt, irgendeinen job zu machen (kurierdienstfahrer, farbrikarbeiter) der geistig nicht anspruchsvoll ist, und nebenbei zu schreiben.

Nach dem, was Sie schreiben, habe ich das Gefühl, daß Sie in einer Art Schuldzuweisung Ihrem Brotberuf gegenüber verharren: dieser blöde Job ist schuld, daß ich nicht wirklich das schreiben kann, was ich will.

Eine sehr "praktische" Haltung: erstens haben Sie dadurch eine Rechtfertigung dafür, zuhause nichts aufs Papier zu bringen, und brauchen sich nicht der Furcht zu stellen, womöglich nichts zu sagen zu haben. Zweitens erlaubt sie Ihnen, das, was Sie in Ihrem Job tun, nachlässig zu tun - weil es Sie ja nicht interessiert. Wiederum können Sie der Furcht ausweichen, daß Sie Ihr Bestes geben und es eben nicht das Beste ist.

Ob es wirklich die Lösung wäre, in einen "geistig anspruchslosen" Job zu wechseln, bezweifle ich: von einem Tagewerk als Kurierfahrer kann man abends "körperlich völlig erledigt" heimkommen, außerstande, noch einen Griffel zu halten, als Fabrikarbeiter kann man "geistig völlig austrocknen von der täglichen Öde", usw. - wenn man Ausreden braucht, findet man immer welche. Das ist ein Gebiet, auf dem jeder Mensch kreativ ist wie nur was.

Ich finde übrigens nicht, daß Gemeindeversammlungen per se uninteressant sind. Im Gegenteil: Sie sind da mitten drin im prallen Leben - und NUTZEN es nicht??!! Ein Schriftsteller kann es sich nicht leisten, sich für irgendetwas NICHT zu interessieren! Und es gibt nichts, was für einen Schriftsteller nicht von größtem Nutzen sein könnte. Sie sitzen da in der Gemeindeversammlung - beobachten Sie die Menschen, wie sie reden, sich geben, sammeln Sie Typen für Ihre Romane! Ein Verkehrsunfall - machen Sie sich kundig, was aus den Opfern, den Angehörigen wird, wie der Unfall ihre Schicksale beeinflußt, ihre Lebensentwürfe durcheinanderbringt! Ein Gesetzentwurf - nehmen Sie das zum Anlaß, über die verborgenen Zusammenhänge der Gesellschaft nachzudenken! Ihr Chef pflaumt Sie an - beobachten Sie, wie Sie sich fühlen, was er sagt, was da abgeht: kann man alles brauchen. Ihre Gefühle, wenn Sie morgens ins Büro schlappen: Stoff! Überall Stoff, wohin man schaut!

Wenn ich Ihnen raten soll, dann möchte ich Ihnen empfehlen, die beiden Bereiche getrennt voneinander zu behandeln. Sie haben einen Job, in dem es Ihnen nicht gefällt. Und Sie möchten schreiben, Ihr Eigenes, und es fällt Ihnen schwer. Betrachten Sie beide Probleme unabhängig voneinander, und geben Sie die Idee auf, man könne vom einen ins andere flüchten - das funktioniert nicht.

Was Ihren Job betrifft, können Sie versuchen, Ihre Einstellung dazu zu wandeln ("Trainingslager für Schriftsteller", "Rohstoffquelle"), oder, wenn das nichts hilft, sich anders zu orientieren. Aber betrachten Sie das unabhängig von Ihren schriftstellerischen Ambitionen: ein Job muß an sich gewissen Spaß machen, denn man bringt viel Zeit damit zu. Und: man sollte diesbezüglich Entscheidungen nur aus kühler Überlegung heraus treffen, nicht aus aufgewühlten Gefühlen heraus.

Und was das Schreiben anbelangt, vermute ich bei Ihnen eine gewisse Neigung zum Perfektionismus - in dem Sinne, daß man lieber gar nichts schreibt, ehe man was schlechtes schreibt. Nur leider lernt man nicht, gut zu schreiben, wenn man nichts schreibt. Ich möchte Ihnen das Buch "Writing Down The Bones" von Nathalie Goldberg ans Herz legen: die Übungen darin können Sie retten.



Das Schreiben allein muß erfüllend sein, sagen Sie. Wer seinen Namen in der Öffentlichkeit sehen will, sollte besser Journalist werden, sage ich.

Ach, ich will durchaus auch meinen Namen in der Öffentlichkeit sehen, am liebsten in großen Buchstaben auf Buchumschlägen, aber gern auch in Zeitungen, Zeitschriften und Bestsellerlisten.



Sie haben gesagt, daß man nicht der beste Schreiber der Welt sein muß, um gedruckt zu werden. Was hätten Sie denn getan, wenn Ihnen "das" jemand gesagt hätte, als Sie 18 waren? Hätten Sie versucht einen veröffentlichungsreifen Roman zu schreiben und dabei das Abitur zurückgestellt?

Ja, ich hätte versucht, einen veröffentlichungsreifen Roman zu schreiben. Nein, ich hätte das Abitur nicht zurückgestellt, und ich kann Ihnen nur dringend raten, das auf keinen Fall zu tun. Warum? Weil Sie das Abitur nie mehr so nachgeschmissen kriegen werden wie an der Schule. Wenn Sie jetzt dicht davor sind, dann nehmen Sie es unbedingt mit. Alles andere wäre schierer Blödsinn.



Hätten Sie vielleicht ein Jahr lang ausgesetzt und nur geschrieben, wie das zum Beispiel ein Freund von mir vorhat, der ein unglaublich guter Gitarrenspieler ist und vor dem Musikstudium ein Jahr lang nur musizieren will, um sich zu verbessern?

Es gab mal eine Zeichentrickserie, in der es immer hieß: "Gute Idee/schlechte Idee" - weiß nicht mehr, wie die hieß. Jedenfalls in Anlehnung daran sage ich dazu: "Gute Idee: einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben. Schlechte Idee: dafür ein ganzes Jahr aussetzen."

Was einen Weg als Musiker anbelangt, kann ich mir vorstellen, daß das sinnvoll sein mag. Aber was das Schreiben anbelangt, bin ich der Überzeugung, daß das das Schlechteste ist, was Sie sich antun können. In dieser Hinsicht sind Musik und Schreiben völlig verschieden.

Was passieren würde, ist folgendes: Sie haben ein Jahr Zeit und fühlen sich unter dem Druck, das nun zu nutzen. Sie schleichen um den Schreibtisch. Sie finden Ausreden, warum Sie heute nicht schreiben können. Sie raffen sich auf, schreiben etwas, finden es gräßlich und werfen es weg. Oder Sie finden es genial, obwohl es gräßlich ist. Das Jahr würde herumgehen, und Sie würden allen Spaß am Schreiben verloren haben und davon überzeugt sein, daß Schreiben etwas unglaublich Schwieriges ist. Und ich würde was drauf wetten, daß Sie wahrscheinlich keinen veröffentlichungsreifen Roman zustandebringen. 
Dieses "ich nehme ein Jahr frei und schreibe meinen großen Roman" ist eine romantische Vorstellung, die mit der Wirklichkeit des Lebens als Schriftsteller fast nichts zu tun hat.
Deswegen nun die Fakten:

  1. Ganz wichtig für einen Schriftsteller ist, daß er auf irgendeine Weise wirtschaftlich unabhängig ist. Unabhängig von den Verlagen, meine ich damit. Meistens heißt das (wenn man nicht Erbe eines großen Vermögens ist oder eine gutverdienende Frau hat), daß man einen "Brotberuf" haben muß. Wenn Sie schreiben MÜSSEN, nur um zu überleben, dann kriegen Sie nur schlechte Verträge, wenig Geld, müssen plötzlich Sachen schreiben, die Ihnen keinen Spaß machen, und eines Tages stellen Sie fest, daß Sie nur noch Übersetzungen oder Kurzromane für Frauenzeitungen schreiben. (Ich kenne etliche solche Schriftsteller.) Und das ist ja nicht der Sinn der Sache. Schreiben soll ja in ersten Linie Freude sein - und um sich das zu bewahren, muß man ein anderes wirtschaftliches Standbein haben.
  2. Aber kommt man denn dann noch zum Schreiben? Ja. Das hat in erster Linie nicht mit Zeit, sondern mit Motivation zu tun. John Grisham hat seine ersten beiden Romane geschrieben, während er Anwalt war und mehr gearbeitet hat, als Sie und ich uns überhaupt vorstellen können. Er ist statt um 5:30 um 5:00 im Büro gewesen, um irgendwann im Lauf des Tages eine halbe Stunde freizuschaufeln, in der er ein bißchen schreiben konnte. Und siehe da! Entscheidend ist, daß man eine Idee hat, die einen fasziniert, und diesen Roman UNBEDINGT schreiben will.
  3. Man kann auch zuviel Zeit zum Schreiben haben. Ich bin jetzt 40, meinen ersten Roman habe ich vor 28 Jahren geschrieben, und ich habe vor einiger Zeit meine Tagebücher durchforstet, um festzustellen, wann ich was geschrieben habe - und festgestellt, daß ich oft am besten und meisten geschrieben habe in Zeiten, in denen ich auch anderweitig stark eingespannt war. Ich habe den größten Teil von "Solarstation" geschrieben in der Zeit, als ich meine Firma gegründet habe - da bin ich oft nachts um 10 oder 11 heimgekommen, habe mich mit dem Schwung eines aufreibenden Tages hingesetzt und noch ein paar Seiten geschrieben. Ich habe in meiner Schulzeit einmal einen kurzen Roman in einer Woche geschrieben - in der ich zwei Klassenarbeiten hatte und zweimal nachmittags Schule. Einen Rhythmus zu haben, der den Tag prägt, kann sehr hilfreich sein. Erst jetzt, da sich die Waagschale zwischen Erwerbsberuf und Schreiben bei mir allmählich zum Schreiben hin neigt, merke ich, daß es ganz schön schwierig sein kann, mit VIEL freier Zeit umzugehen, und was das betrifft, übe ich selber noch. Doch, man kann zuviel Zeit zum Schreiben haben - und das Ergebnis ist, daß man so gut wie nichts zustande bringt.
  4. Wenn man schreiben will, muß man auch was ERLEBT haben! Und, auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben mögen, glauben Sie es mir trotzdem: mit 18 hat man heutzutage noch nichts erlebt. Man ist aufgewachsen in einer heilen, behüteten Welt, und das Leben mit seinen Höhen und Tiefen kommt erst. Also hinaus und hinein ins Leben - ein Rückzug ins Eremitenstübchen ist das Falscheste, was Sie tun könnten!

Wenn Sie 35 wären, schon fünf dicke Romane geschrieben hätten, von denen einer beinahe genommen worden wäre, und Sie sich nun ein "freies Jahr zum Schreiben" nehmen wollten - das könnte Sinn machen. Aber in Ihrer Situation sage ich: tun Sie sich das nicht an!

(Nachtrag: Ich soll Ihnen einen schönen Gruß von meiner Frau sagen - wenn Sie ein Jahr aussetzen zum Schreiben, dann nehmen Sie in der Zeit zumindest einen Job an, mit dem Sie über die Runden kommen, und liegen Sie nicht Ihren Eltern auf der Tasche.)

(Nachtrag zum Nachtrag: Wenn Sie vor dem Berufsanfang oder Studium ein Jahr aussetzen, dann reisen Sie durch die Welt. Und fangen Sie hinterher mit dem Schreiben an.)



Ich habe mich für ein Literaturstudium entschieden, um mich noch mehr mit Literatur auseinandersetzen zu können - und Zeit zum Schreiben zu finden. Ich liebe es zu lernen, ich liebe es Mechanismen aufzudecken und ich liebe es zu lesen. In welchem anderen Beruf, als in dem des universitär angestellten Literaturwissenschaftlers könnte ich dem ohne schlechtem Gewissen nachgehen? Aber am Ende steht für mich immer noch eines: Schriftsteller zu sein.

Nun, als Literaturwissenschaftler haben Sie da doch bestimmt den besseren Überblick: nennen Sie mir doch mal einen bedeutenden und/oder erfolgreichen Schriftsteller, der zugleich Literaturwissenschaftler war.

Ich warte...

(Nachtrag: Ich warte immer noch...!)



Literaturwissenschaftler könnten ein Handicap mehr haben: Sie können gut kritisieren und sich selbst auch, was sie wiederum zum Schweigen bringen könnte.

Und früher oder später wird. Der Schriftsteller kämpft einen steten Kampf gegen den "inneren Editor", um dem Schreiber in sich Platz zu machen. Literaturwissenschaft STÄRKT dagegen den "inneren Editor". Irgendjemand muß in diesem Kampf unterliegen.

Ich will nicht weiter darauf herumhacken, nur noch eine letzte altkluge Anmerkung machen. Dem was Sie schreiben entnehme ich, daß Sie ein gutes Stück jünger sind, in einem Alter vermutlich, in dem ich zumindest einst von dem zeitverschwendenden Ehrgeiz beseelt war, der Welt zu zeigen, daß ich alles kann, selbst das, was ich nicht kann. Genügend Nasenstüber später habe ich dann eingesehen, daß es schwer genug ist, das eine gut zu machen, was man einigermaßen kann. Aber das ist, wie gesagt, persönliche Erfahrung, die jeder selber machen muß - und es steht Ihnen überdies ja völlig frei, mich zu widerlegen :-) ...

Unabhängig davon müssen Sie natürlich einen Broterwerb haben, der es Ihnen erlaubt, unabhängig von dem, was Ihnen das Schreiben einbringt (oder nicht), zu existieren. Sonst wird Ihr Schreiben früh korrumpiert.



Ich denke nicht, dass es einen großen Unterschied macht, ob man Literaturwissenschaftler oder Jurist ist.

Ich denke, daß das sehr wohl einen Unterschied macht, und zwar einen großen. Ich glaube, daß es kein Zufall ist, daß einem zum Thema "schriftstellernder Literaturwissenschaftler" keine Namen einfallen wollen. Ich war in meiner Universitätszeit lange in der Schreibwerkstatt des Studium Generale und habe viele AVLer getroffen, die schrieben - und das, was sie schrieben, allen Ernstes für Literatur hielten. Vor kurzem habe ich meine alten Unterlagen umgeschichtet und in ein paar solcher Sachen (ich kann einfach nichts wegwerfen :-) hineingeschaut: es ist meist einfach nur pompös oder elitär oder beides, und richtig schön schlecht. Aus heutiger Sicht liest sich das meiste wie eine Parodie, muß ich sagen.



Es kann ein unangenehmes Problem werden, wenn man sich so früh schon (mit 17 fing ich an) ins Schreiben hineinsteigert. Bei mir war es so, daß ich eine Zeitlang dachte, es sei meine einzige Chance, dem heutigen Arbeitsmarkt zu "entkommen" und danach von materiellen Sorgen losgelöst ein Leben mit dem zu verbringen, was mir am meisten Spaß machte.

Ja, diese "Hollywood"-Vorstellung vom Leben eines Schriftstellers...

Tatsächlich kenne ich wenig Menschen, die sich mehr mit ständigen materiellen Sorgen herumplagen müssen als Schriftsteller. Wenn einem da das Schreiben nicht Berufung ist, nicht mindestens so viel Spaß macht wie Sex, dann ist man ganz schön dumm dran.

Man soll, egal was man macht, mit aller Macht danach streben, einen Beruf zu finden, der einem erlaubt, das zu tun, was einem viel, wenn nicht sogar am meisten Spaß macht. Denn mit seinem Beruf verbringt man nun einmal den größten Teil seines bewußten Lebens. Dieser Tatsache kann man nicht entkommen. Nicht einmal ein Clochard entkommt dem: er hat eben den Beruf eines Landstreichers, der auch sehr zeitraubend und anstrengend ist und der mir zumindest keinen Spaß machen würde. Und auch reiche Leute entkommen dem nicht: denn ein Vermögen muß gepflegt und verwaltet werden, sonst hört es bald auf, eines zu sein.



Ich schreibe von Berufs wegen. Nicht nur, dass mich meine beruflichen Texte intellektuell abstoßen, ich bin Abends so schlapp und weich in der Birne, dass ich kaum zu zusammenhängender geistiger Arbeit fähig bin. Sollte ich lieber rechtzeitig Pförtner werden um mir den Traum vom freien Schreiben nicht völlig zuzuschütten?

Einfache Antwort: Ja.

Nicht ganz so einfache Antwort: Es muß nicht Pförtner sein.



Glauben Sie, dass professionelles "Lohnschreiben" und freies "Kreativschreiben" überhaupt zueinander passen?

Nein, glaube ich nicht. Ich glaube, daß für jede Art von Kunst gilt: wenn man sie ernsthaft betreiben will und noch nebenher Geld verdienen muß, dann sollte man sein Geld auf eine Weise verdienen, die von der Tätigkeit, die mit dieser Kunst verbunden ist, möglichst weit entfernt ist. Sonst siegt auf Dauer die Brotarbeit.



Dummerweise kann man hierzulande mit Heftromanen kaum einen Blumentopf gewinnen und vielleicht sollte ich meine Energie anderweitig verbraten, aber irgendwie reizt es mich.

Der des kommerziellen Erfolgs nicht gerade unverdächtige Wolfgang Hohlbein hat ja auch einige Heftromane geschrieben und dazu in einem Rundfunkinterview, in das ich mich während einer Autofahrt mal eingeschaltet habe, sinngemäß gesagt: Der Heftroman ist im hiesigen Literaturbetrieb die einzige Möglichkeit, rasch etwas Geld zu verdienen - und rasch unvergleichlich mehr Leser zu erreichen als auf jede andere Weise!

Und da ist was dran, wenn ich mir überlege, daß meinen Perry Rhodan-Roman ja bestimmt 20-30 mal mehr Leute gelesen haben als meine Bücher!

In Abwandlung eines bekannten Spruches möchte ich deshalb sagen: "Any publication is good publication" - in dem Sinne, daß man zwar natürlich schon versuchen soll, die bestmögliche Veröffentlichungsform zu erreichen (also nicht Taschenbuch, wenn man Hardcover machen kann usw.), aber wenn das nicht klappt (noch! nicht), dann ist ein Heftroman allemal besser als nix.



Es führt kein Weg daran vorbei, sich erst einmal um sein ganz "schnödes" Leben kümmern zu müssen, es sei denn, man ist tatsächlich so etwas wie ein Genie ;) oder zufällig Benjamin Lebert.

Auch Benjamin Lebert wird sich um sein "schnödes" Leben kümmern müssen. Auch reiche und berühmte Menschen haben Liebeskummer, Depressionen oder Haarausfall. Und eingepackt in viel Geld und Ruhm kann es oft schwerer sein, mit dem Leben zurechtzukommen, wie zahllose Beispiele zeigen.



Muß ein Schriftsteller, der vom Schreiben leben will, schon deshalb relativ viel Ausstoss produzieren?

Mmmh... Nein. Ein Schriftsteller lebt strenggenommen nicht vom Schreiben, sondern vom Verkauf seiner Bücher. Und da gibt es nach oben keine Grenze, jedenfalls keine praktische. Die verkaufte Auflage des einen Romans "Hundert Jahre Einsamkeit" von Gabriel Maria Marquez liegt etwa zehnmal höher als die Gesamtauflage sämtlicher Bücher, die Wolfgang Hohlbein je geschrieben hat...



Keiner außer Ihnen und mir weiß, dass ich schreibe. Ich schreibe heimlich. Das mag sich für Sie jetzt wahrscheinlich ziemlich bescheuert anhören, aber ich habe einfach Angst zu sagen: "Ich schreibe einen Roman." Jeder in meiner Umgebung würde mich einfach nicht mehr für voll nehmen und mir den Vogel zeigen, weil sie mich nicht verstehen. Vor allem, da ich ja nicht einmal Ergebnisse vorweisen kann. Ich bin ein Möchtegernschriftsteller. Und das versuche ich zu ändern, indem ich eine Kurzgeschichte in Alien Contact oder ähnlichen Magazinen veröffentlichen werde, damit ich sagen kann: "Hier, lest das: Ich bin ein Schriftsteller. Und jetzt spielt ohne mich Fußball, ich muss an meinem Roman arbeiten."

Guter Plan. Im Ernst. Machen Sie es genau so.

Diese Situation und diese Reaktion der Umgebung ist mir nicht unbekannt. In meiner Schulzeit wußte man zwar, daß ich schreibe, aber später an der Uni wußten meine Kommilitonen nichts davon, und ich habe mich gehütet, etwas davon verlauten zu lassen.



Eine Frage hätte ich noch...(peinlich)....nicht das es mir ums Geld ginge, aber....ehm...(schwitz)...

Stop! Es ist nichts dabei, wenn es einem (auch) ums Geld geht. Schließlich muß man von etwas leben. Wenn man mit so einer Haltung ("nicht daß es mir ums Geld ginge") zu einem Verlag kommt, dann ziehen die einen knallhart über den Tisch. Dann verdient jeder an einem Buch, bloß der Autor nicht. Gute Arbeit ist gutes Geld wert - und umgekehrt: wofür kein Geld bezahlt wird, das genießt nicht wirklich Anerkennung. Ein Buch, das ein Verlag billig gekriegt hat, wird er nie so ausgiebig bewerben wie den teuren Einkauf aus USA.

...wie ist dieser Beruf denn so bezahlt? Also, ja sicher nicht bei allen gleich gut....aber so die Schriftsteller auf Ihrer Ebene?

Eigentlich ist Schriftsteller kein Beruf wie z.B. Friseur oder Feinmechaniker oder GmbH-Geschäftsführer. Es ist eher etwas wie Tennisspieler oder Formel-I-Fahrer: eine Karriere, in die man sich 100%ig hineinstürzen muß. Ein Friseur oder Feinmechaniker oder GmbH-Geschäftsführer kann um 17:00 heimgehen (na gut, der Geschäftsführer vielleicht erst um 21:00) und kann dann aufhören, Friseur oder Feinmechaniker oder GmbH-Geschäftsführer zu sein. Schriftsteller ist man den ganzen Tag, das ganze Jahr. Wenn man es ernst meint. Und das muß man, ab einer bestimmten "Ebene". 
Und mit der Bezahlung ist es so ähnlich. Boris Becker und Steffi Graf haben verdient wie irre. Aber schon wenn man als Tennisspieler nur auf Platz 20 ist (was ja schon eine tolle Leistung darstellt), dann reicht es gerade so zum Leben. Ich bezweifle, daß es mehr als 30 Schriftsteller in Deutschland gibt, die deutlich mehr verdienen als ein leitender Angestellter von, sagen wir, DaimlerChrysler. Die meisten Schriftsteller schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben.

Wenn man viel Geld verdienen will, sollte man etwas anderes machen. Am besten eine eigene Firma gründen. Schreiben sollte man nur, wenn man nicht anders kann.



Und muss man viel schreiben?

Man muß überhaupt nicht schreiben. Man darf schreiben. Und das wird auch noch gedruckt - was kann schöner sein auf Erden?



Man muß sich von dem Gedanken befreien, daß Schriftstellerei so etwas wie die Tür zum Garten Eden darstellt.

Bücher schreiben ist eine tolle Sache, das will ich auch mal ganz klar sagen. Ich genieße es absolut, morgens an meinen Schreibtisch zu gehen und zu wissen, daß ich nun den ganzen Tag damit verbringen werde, zu schreiben. Wenn dem so ist. An vielen Tagen muß man allerhand anderes Zeug machen.



Für mich selbst habe ich außer meiner Magisterarbeit kaum etwas geschrieben, dass mich über Tage oder Wochen hinweg in die Sozialarmut hinter meinem Schreibtisch zwang.

Sollten Sie das Schreiben eines Romans so empfinden, kann ich Ihnen nur abraten, das tun zu wollen. Beim Schreiben ist es herrlich, allein zu sein. Was nicht heißt, daß einem nicht mal die Decke auf den Kopf fällt. Aber generell muß der Vorgang des Schreibens, des langen, ausdauernden Schreibens, als solcher erfüllend sein - ansonsten, warum sollte man das tun wollen? Um ein Buch hervorgebracht zu haben? Quatsch. Die Welt braucht nicht noch ein Buch. Es gibt genügend Bücher.



Wie hatten Sie sich Ihre Schriftsteller Karriere ganz zu Anfang vorgestellt? Dachten Sie, Sie würden so reich werden wie die Rowling? Und würden Sie dann weiterhin Romane schreiben?

Als ich angefangen habe zu schreiben, war Mrs Rowling auch noch ein ziemlich junges Mädchen, und niemand hätte sich vorstellen können, daß ein Buch so erfolgreich werden könnte wie "Harry Potter". Insofern war das kein Vorbild. Ich hatte nur den Wunsch, es so weit zu bringen, vom Schreiben leben zu können, und das habe ich ja mittlerweile verwirklicht. Da mir das Schreiben Spaß macht, sehe ich keinen Grund, damit aufzuhören, am allerwenigsten aus dem Grund, reich zu sein.



Früher habe ich gern geschrieben und nicht schlecht. Bis ich eines Tages eine "Entdeckung" gemacht hatte, dass viele (wenn nicht alle) Schriftsteller leiden an Depressionen oder Disharmonien im geistigen Bereich, viele enden das Leben per Selbstmord etc, darunter auch ganz grosse und gute Schriftsteller. Warum ist das so? Kann man durch das Schreiben geistig "durchdrehen"?

Ja, Sie haben recht, das ist in der Tat ein bemerkenswerter Zusammenhang. Wieviele Maler oder Musiker kennt man, die z.B. Selbstmord begangen haben? Da muß man schon lange grübeln, um auf ein paar Namen zu kommen. Schriftsteller dagegen - da fallen einem jede Menge ein. Warum das so ist, weiß ich allerdings auch nicht. Vielleicht schreibt man, um mit einer zu Depression neigenden Veranlagung zurechtzukommen. Das hieße, daß Ursache und Wirkung gerade andersherum sind, als Sie es vermuten. Man dreht nicht durch das Schreiben durch, sondern das Schreiben ist der Versuch, das Durchdrehen zu verhindern. Wenn man Schriftsteller persönlich kennenlernt, ist auch auffallend, wie viele davon ziemlich, naja, seltsame Typen sind. Aber wie die Zusammenhänge letztlich sind, kann ich, wie gesagt, nur vermuten.



Ich verstehe nicht, weshalb manche Schriftsteller erfolgreich sind.

:-) Eine gute Frage!

Aus dem gleichen Grund, aus dem manche Popsänger erfolgreich sind und andere nicht. Bloß kennt auch diesen Grund niemand.

(Wüßte man, woran es liegt, gäbe es ja nur noch erfolgreiche Autoren, Popsänger usw.)



Kann man in der heutigen Zeit eigentlich noch davon leben, Lyrik zu veröffentlichen?

Sie belieben zu scherzen. Man konnte noch nie davon leben, Lyrik zu veröffentlichen.

Wenn man die Definition dessen, was Lyrik ist, etwas weiter spannt, gibt es freilich eine Möglichkeit, vom Verfassen sich reimender Texte zu leben, und zwar gut: Songtexte! Wenn Sie womöglich ein bislang in sich schlummerndes musikalisches/kompositorisches Talent besitzen und entwickeln, dann eröffnen sich Ihnen Dimensionen, von denen selbst ein erfolgreicher Romanschriftsteller nicht zu träumen wagt.



Was halten Sie von Schreibwettbewerben? Ich habe mit Kurzgeschichten an zwei Schreibausschreibungen teilgenommen. Hätte ich mir die Mühe vielleicht sparen sollen?

Nein, im Gegenteil. Nehmen Sie an so vielen Wettbewerben teil wie möglich. Der Gewinn eines angesehenen Wettbewerbs war schon für viele Autoren das Sprungbrett zu ihrer Karriere, und selbst wenn man nicht gewinnt (was ja meistens der Fall ist), ist es eine gute Übung, sowohl, was das Verfassen von Texten zu bestimmten Vorgaben anbelangt, als auch, was die Routine des Versendens eigener Sachen angeht. Und nach der soundsovielten Teilnahme sich plötzlich auf einem der namentlich genannten Plätze wiederzufinden, schadet dem Selbstvertrauen bestimmt nicht.

Auf www.sandra-uschtrin.de und auf www.autorenforum.de (und sicher noch an zahllosen anderen Stellen im Internet) finden Sie Übersichten, was es alles an Wettbewerben gibt.



Kann man sich als Schriftsteller weitestgehend schadlos (für die Karriere!?!?) von Lesungen fernhalten?

Ich denke, nein. Öffentliche Auftritte gehören zum Berufsbild. Ich würde so weit gehen zu sagen, daß ein Autor, der nicht lesen will, sich nicht mit der für diese Karriere notwendigen Entschlossenheit engagiert - und sich fragen sollte, welche Bedeutung das Schreiben wirklich für ihn hat, daß er gewissermaßen nicht wirklich dazu stehen will. Ich kenne einige Autoren, die nach Möglichkeit nicht lesen, aber keiner davon ist wirklich erfolgreich oder wirklich zufrieden damit, wie es läuft.



Wie würde ein professioneller Agent auf die Einstellung des Autors, keine Lesungen abzuhalten, reagieren?

Verlage und Agenten akzeptieren das im Zweifelsfall. Aber Sie treten dadurch unweigerlich in die zweite Reihe, durch schiere Marktmechanismen.

Ein Beispiel: Angenommen, es gibt zwei Reiseschriftsteller, die ihre Abenteuer mit dem Einrad im Himalaya beschreiben. Der eine schreibt, veröffentlicht und sitzt zu Hause, der andere macht Lesungen, signiert, trifft Leute, hat auch mal jemanden in einer Lesung sitzen, der seinen Namen notiert, ihn weiterempfiehlt, der sagt, "den könnte mein Kumpel XY in seiner Talkshow auftreten lassen", und so weiter und so fort - Sie glauben doch sicher auch, daß dieser andere derjenige ist, der dem Publikum bei den Stichworten "Himalaya" und "Einrad" einfallen wird und zu dessen Buch sie im Zweifelsfall greifen. Und genauso wird ein Verlag im Zweifelsfall diesem Autor den Vorrang einräumen - bei der Programmplatzierung, der Werbung, der Startauflage, dem Hirnschmalz bei der Umschlaggestaltung und so fort.



Eigentlich sollte ja das geschriebene Wort im Vordergrund stehen, oder? Nicht der Autor.

Ein hehres Bild, aber hey, wir sind im Unterhaltungsbusineß. Das geschriebene Wort bleibt, wenn Sie mal tot sind, aber bis dahin können Sie ihm ruhig ein bißchen unter die Arme greifen.



Wie wichtig sind Lesungen? Gibt es am Ende sogar eine Art "moralische Verpflichtung" dazu gegenüber sich selbst?

Nein, von dieser Sichtweise halte ich nichts. Eine Lesung ist in erster Linie eine Begegnung mit Lesern und potentiellen Lesern und deswegen hilfreich, das Gefühl für die eigene Sprache und ihre Wirkung zu entwickeln. Sie merken beim Lesen - vor allem, wenn Sie oft die gleiche Passage lesen -, was ankommt und was nicht, wo Längen sind, die Sie bis dahin nicht bemerkt haben, welche Beschreibungen schal und welche farbig sind, und das alles hilft Ihnen in Ihrer eigenen Entwicklung.



Da ich ein eher "schwieriger" Mensch bin und zu einer Art Sozialphobie neige, könnte ich mir niemals vorstellen, eine Lesung zu halten oder Bücher zu signieren. Sind dies nun Dinge die man als Schriftsteller tun m u s s und gehört das zwangsläufig zu den Werbestrategien der Verlage oder geht es auch ohne diese Aktionen?

Nein, muß man nicht. Man wird gefragt, ob man es tun möchte, und wenn ja, kommt man in ein Verzeichnis, das der Verlag an die Buchhändler schickt. Aber es gibt viele Autoren, die überhaupt nichts in diese Richtung tun (es gibt sogar Autoren, die nicht mal Fotos von sich machen lassen), und die trotzdem ihre Leser finden. Es ist sowieso fraglich, ob ein Autor zwangsläufig immer eine gute Werbung für seine Bücher ist, also sollte man sich vom Lustaspekt leiten lassen. Mir persönlich macht es meistens Spaß (außer, es kommt kaum jemand, und ich bin 500 Kilometer umsonst gereist), aber wenn es Ihnen keine macht, brauchen Sie es nicht zu tun. Davon brauchen Sie sich also nicht blockieren zu lassen.



Es ist immer wieder schön etwas über Autoren zu erfahren deren Bücher man mag. Jedoch gibt es sicherlich auch Autoren die möchten das Ihre Bücher losgelöst vom Urheber gesehen werden.

Ja, eine hübsche Vorstellung, aber in Wirklichkeit wird KEIN Buch unabhängig vom Urheber gesehen. Wenn man ihn nicht kennt, spekuliert man über ihn. Schreiben ist nicht das Verfassen eines unabhängigen Werkes, Schreiben ist Kommunikation. Man muß sich selbst darin zeigen, um zu wirken.



Was macht man, wenn man mehrere Talente hat und sich nicht entscheiden kann?

Oh je. In den meisten Fällen ist nichts verheerender für den Erfolg als viele Talente zu haben.

Aber es bereichert denjenigen, mehrere Talente zu haben und diese entsprechend verfolgen zu können. Davon profitiert dann auch die Arbeit an sich, da sie ja auch miteinander verbunden werden können.

Daß es bereichert, mehrere Talente zu haben, bestreite ich nicht. Aber für den Erfolg ist es hinderlich, das muß man ganz klar sehen. Steffi Graf ist nicht Weltranglistenerste geworden, weil sie gut Tennis spielte, nebenher Songs komponierte, Bücher schrieb, eine tolle Boutique führte und ein erfolgreiches Softwareprogramm entwickelte, sondern weil sie NUR TENNIS SPIELTE - acht Stunden am Tag, wenn's wenig war. Mir gefiel immer diese Anekdote: Als Steffi Graf zum ersten Mal im Urlaub an einen Südseestrand kam - Palmen, Wellen, Sonnenschein; das Paradies mit anderen Worten - betrachtete sie nur den Sand und meinte: "Hier könnte man toll Tennis spielen." Das sagt alles, oder? Die Konzentration auf eine einzige Sache, mit einer Intensität, die an Besessenheit grenzt (manchmal auch jenseits davon ist) - das ist es, was dazu befähigt, eine Spitzenleistung zu erzielen.

Für Schriftsteller mag das nicht ganz so krass gelten (immerhin kämpfen sie nicht gegeneinander, und eine Weltrangliste gibt es auch nicht), aber dennoch: Mit Verzettelung erreicht man nichts.

Man hat da allerdings auch keinen EInfluß darauf. Wenn man mehrere Talente hat, dann lebt man zerrissener, weil jedesmal, wenn man sich einer Sache eingehend widmet, die vernachlässigten Talente aufjaulen, zerren und ziehen... Da hat es jemand, der eindimensionaler angelegt ist, wesentlich einfacher: Der widmet sich einfach "seinem Ding", so lange, bis er vor Hunger ohnmächtig vom Stuhl kippt - oder ihn jemand wegzerrt.



Ich habe es mir gegönnt, mein Buch in einem Zuschußverlag zu veröffentlichen, um herauszufinden, ob ich so schreiben kann, dass es Leuten gefällt und sich damit Geld verdienen lässt, oder eben nicht, dann mach ich meinen Beruf weiter, den ich mit Liebe und Begeisterung gelernt habe und eh weitermachen würde (ich muß, es treibt mich)...

Hmm, eigenartig. Irgendwie habe ich das Gefühl, Sie versuchen sich gerade selber davon zu überzeugen, daß Sie die Idee vom Autorendasein beerdigen und sich lieber auf Ihre wahre große (Berufs-)liebe konzentrieren sollten.

Grundsätzlich MUSS nicht jeder ein Buch geschrieben haben; man kann sicher auch ohne das dereinst in den Himmel kommen. Viele Leute haben das Gefühl, zum Schreiben eines Buches verpflichtet zu sein; das tut der Literatur nicht gerade gut.

Es ist auch nicht leicht, herauszufinden, was man wirklich will. Manchmal hilft es, von hinten her zu denken: Was werden Sie auf dem Sterbebett bedauern, nicht getan zu haben? (Und vergessen Sie dabei den Spruch von wegen "Wer schreibt, der bleibt" - in 100 Jahren kräht kein Hahn mehr nach unseren Büchern.)

Jedenfalls finde ich die Haltung "Jetzt mache ich X, um ein für allemal herauszufinden, ob das mein Ding ist/ich Talent habe/usw." grundsätzlich problematisch. Wenn Ihr erstes Buch floppt, was sagt Ihnen denn das? Nichts. Nur, daß es gefloppt ist. Wenn Sie dann aufhören, werden Sie nie erfahren, ob nicht vielleicht Ihr zweites (oder drittes, oder zehntes - in meinem Fall war es das vierte) ein richtiger Renner geworden wäre, ein Hammer, ein Bestseller, die Sensation des Jahres. Oder wenigstens leidlich erfolgreich. Die amerikanische Autorin C.J. Cherry hat 10 Jahre lang jedes Jahr (!) 1 Buch geschrieben und die Verlage damit abgeklappert, ehe sie das erste los wurde - und in der Folge zu einer der berühmtesten SF-Autorinnen der USA. Eric Maria Remarque hat 127 Ablehnungen überstanden, ehe er einen Verlag für "Im Westen nichts Neues" fand, seinerzeit einer der größten Bucherfolge überhaupt.

Also, bitte nicht das Schicksal auf die Probe stellen wollen, das nimmt es übel. Es liebt dagegen die Entschlossenen, und ihnen steht es auch bei.



Hat man als Neuling nicht eine bessere Chance, wenn man versucht, für eine Serie zu schreiben, statt einen einzigen Roman zu publizieren, an dem man ein oder zwei Jahre gearbeitet hat (und schließlich interessiert sich doch keiner dafür) ?

Wenn Sie sich einen Namen machen wollen (und das muß man als Autor), hilft Ihnen eine Serie wenig. Da stehen Sie immer im Schatten der Serie, werden manchmal nicht einmal namentlich genannt.

Umgekehrt gibt es ja auch Romane, die ihre Autoren mit einem Schlag weltberühmt machen. SO einen müssen Sie schreiben, ganz einfach ;-)



Ich würde mich sehr gerne nach meinen Abiturprüfungen (nächste und übernächste Woche) intensiver damit befassen, meinen Schreibstil zu verbessern, aber weiss noch nicht, wie?!

Schreiben lernt man nur, indem man schreibt. Das ist mal die Hauptregel. Weitere Ratschläge finden Sie auf meiner Homepage.

Wichtig in diesem Zusammenhang scheint mir der dringende Rat zu sein, daß Sie nicht daran denken sollten, vom Abitur weg die Schriftstellerei zum Beruf zu machen. Leute, die das tun, enden meist als Übersetzer, Heftromanautoren oder Schreiber von Rezensionen zu Büchern, die andere Leute veröffentlichen. Schriftsteller ist kein Beruf wie Bäcker oder Bankkaufmann; es ist eine Karriere wie die eines Tennisprofis zum Beispiel - viele Leute spielen Tennis, nur wenige leben davon. Wenn man zu letzteren zählen will, empfiehlt es sich, zunächst einen auskömmlichen Brotberuf zu suchen, der einen den Verlagen gegenüber finanziell unabhängig stellt; gut ist, wenn dieser Beruf eher wenig mit Schreiben zu tun hat.



Ist der Weg, klein zu beginnen und immer längere und komplexere Werke zu schreiben, empfehlenswert?

Es ist auf alle Fälle ein gangbarer Weg, den viele gehen. Letztendlich geht es immer darum, herauszufinden, was für einen selber funktioniert, und das beizubehalten. Dazu lohnt es sich, ab und zu etwas auszuprobieren, vorausgesetzt, man verwirft es wieder, wenn man feststellt: Funzt nicht für mich. Die Eine Wahre Methode gibt es nicht.



Ich fragte mich, wie das als Autor mit dem Thema "Rufschädigung" steht. Kann man da Probleme kriegen, wenn man zB. die Kirche oder andere große Institutionen anders darstellt, als die Institution das gerne sehen würde?

Ich sage nur: Salman Rushdie.

Die katholische Kirche ist allerdings zum Glück für solchen Quatsch schon zu erwachsen. Die wissen, daß man Kritiker am besten einfach ignoriert.



Was würden Sie dem jungen, natürlich aufstrebenden und lernwilligen Jungautor ;) für seine Webseite empfehlen? Ich überlege derzeit nämlich noch, ob und wieviele Texte ich zum Lesen zur Verfügung stellen sollte oder könnte, Ihre Meinung zu dem Thema würde mich sehr interessieren.

Nun, Sie müssen überlegen, was Sie wollen. Sie wollen doch sicher auf sich als Autor aufmerksam machen. Das machen Sie nicht, indem Sie einfach nur hinschreiben, hier bin ich, ich bin Autor, aber ich lasse Euch noch nichts lesen. Dann sagt jeder, na danke, und surft davon. Also müssen Sie was zu lesen anbieten. Was Gutes. Ihre besten Stücke. Und Sie müssen die Leute dazu bringen, sie lesen zu wollen. Diese Neigung ist nicht sehr groß beim Surfen, das wissen Sie sicher. Vielleicht müssen Sie die Texte downloadbar anbieten. Vielleicht müssen Sie - und da kann ein durchdachtes Design eine entscheidende Rolle spielen - kleine Appetizer bringen, kurze Passagen, die Lust auf "Mehr? Hier klicken" machen.

Und dann? Was soll passieren, wenn jemand Ihre Sachen liest und sagt, "Hey, super, der Mann kann schreiben"? Soll er dann ein Buch von Ihnen kaufen? Ihnen seine Meinung mailen? Oder was?

Ich weiß nicht, was ich Ihnen empfehlen soll außer: Denken Sie darüber danach, was Sie wollen.



Gibt es noch irgendwelche geheimen Dinge, auf die man beim Schreiben achten muß, oder hat King anfangs einen echten Renner geschrieben und verkauft jetzt durch seinen Namen?

Das funktioniert leider nicht so. Es gibt viele Autoren, die einen erfolgreichen Titel hatten und deren Bücher danach dennoch wie Blei in den Regalen lagen.

Die Wahrheit ist, daß man es nicht im Griff hat. Alles, was man tun kann, ist ein so originelles Buch wie möglich so gut wie möglich zu schreiben. Alles Weitere ist Schicksal. Aber ich glaube auch, daß man da schon gute Karten hat, weil - das tun die wenigsten! Die meisten ahmen erfolgreiche Vorbilder nach (sind also bemüht, NICHT originell zu sein) und machen sich, was das GUT schreiben anbelangt, so wenig Mühe wie möglich (soll sich ja "rentieren"), und so werden massenhaft Bücher gedruckt, die die Welt nicht braucht.

Falls es außerdem geheime Dinge gibt, auf die man beim Schreiben außerdem noch achten muß, dann sind sie so geheim, daß ich sie auch nicht kenne... ;-)



Eine ehrliche Einschätzung, was meine Zukunft in Verbindung mit der Chance zu schreiben betrifft, wäre für mich von sehr großer Bedeutung.

Schriftsteller ist kein Beruf wie, sagen wir, Bäcker. Vom Schreiben leben können in Deutschland vielleicht 100 Leute, und das ist eher großzügig geschätzt. Es ist dringend anzuraten, einen "Brotberuf" zu erlernen, der es einem erlaubt, das Schreiben zunächst - und vielleicht für sehr lange Zeit - aus einer Position der finanziellen Unabhängigkeit heraus zu betreiben. Ich selber, um Ihnen ein plastisches Beispiel zu geben, schreibe seit meinem 12. Lebensjahr, habe in meinem 35. Lebensjahr meinen ersten Roman veröffentlicht und habe meine anderweitigen Erwerbstätigkeiten erst vor etwa anderthalb Jahren (also in meinem 42. Lebensjahr) aufgeben können. Wobei ich bisweilen zu inkonsequent in der Verfolgung meiner Ziele war - 30 Jahre muß es nicht dauern. Aber ich weiß aus Gesprächen mit erfahrenen Lektoren, daß es selbst im Idealfall selten weniger als 10 Jahre dauert, bis man den "Durchbruch schafft".

Auf jeden Fall: Richten Sie sich darauf ein, das Schreiben sehr lange Zeit "nebenher" tun und entwickeln zu müssen.



Ich würde gerne wissen, ob jemand, der nicht Literatur studiert oder wie auch immer in seinem Lebenslauf diesbezüglich nichts vorweisen kann, überhaupt ernst genommen wird?

Nun, ich habe nicht nur nicht Literatur studiert, ich rate Leuten, die Schriftsteller werden wollen, sogar eindringlich davon ab, ferner bekenne ich mich öffentlich zu einem Genre non grata wie Science Fiction und zu einem Autoren non grata wie Heinz G. Konsalik - trotzdem verkaufe ich nicht bloß schweineviele Bücher, die FAZ hat auch schon mittlerweile drei geradezu hymnisch lobende Artikel in ihrem Feuilleton über mich gebracht. Beantwortet das Ihre Frage? Es ist SCHEISSEGAL, was Sie studiert haben oder nicht - schreiben Sie gute Bücher. Und wenn Sie keine guten Bücher schreiben, dann nützen Ihnen alle Doktorwürden der Welt nichts.



Welche Talente sollte man haben, um ein professioneller Schriftsteller werden zu können?

Geduld, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen, ferner Erzählerisches Talent und Sprachgefühl, wobei das Durchhaltevermögen die wichtigste Eigenschaft ist.



Ich würde gern nur noch schreiben. Aber das kann ich eben nur 100%ig machen, wenn der Erfolg etwas höher steigt... nicht ins Gehirn, sondern auf der Verkaufsskala.

Ein sehr erfahrener Lektor und Herausgeber hat mir einst gesagt: "Von dem Moment an, in dem man sein erstes Buch veröffentlicht hat, bis zu dem Moment, in dem man vom Schreiben leben kann, dauert es zehn Jahre." Wenn man ernsthaft dran bleibt, vorausgesetzt. Bei mir hat es ca. 7 Jahre gedauert; alles in allem kommt das also hin.



Sie schreiben: "Ich glaube, daß es kein Zufall ist, daß einem zum Thema ´schriftstellernder Literaturwissenschaftler´ keine Namen einfallen wollen." Also mir fallen zwei ein, recht bedeutende sogar: Umberto Eco und J.M. Coetzee. Letzterer jüngst auch noch mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Na gut, da legt man wohl nicht nur literarische Maßstäbe sondern wohl auch politische an, aber immerhin. Ich denke schon, dass man Literaturwissenschaften studieren/unterrichten und gleichzeitig gut schreiben kann; man darf sich nur nicht "erdrücken" lassen und sehr bedeutende Texte zu ernst nehmen, denn häufig sind sie das gar nicht...

Das klingt jetzt ein bißchen so, als studierten oder unterrichteten Sie Literaturwissenschaften und sorgten sich, ob sich das negativ auf Ihr eigenes Schreiben auswirken könnte. Falls Sie den Spagat schaffen, gut für Sie. Aber die meisten schaffen ihn nicht.

Für mich sind Beispiele wie Eco (der eigentlich Semiotiker ist, was ein bißchen was anderes beinhaltet) und Coetzee (über den ich nichts weiß) nur Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Man müßte all die anderen dagegenhalten, deren Schreiben im Lauf ihres literaturwissenschaftlichen Studiums immer fader, dröger, verkopfter, unlebendiger wird. Ich kenne aus eigener Anschauung wenigstens ein Dutzend solcher Leute, um einige davon tut es mir wirklich leid, und deshalb bleibe ich dabei: Sich die rechte Hand abzuhacken ist ein weitaus geringeres Handicap auf dem Weg eines Schriftstellers als ein literaturwissenschaftliches Studium anzufangen. 



© Andreas Eschbach

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