Was es mit Literaturagenten auf sich hat



Einen Literaturagenten zu haben ist inzwischen unentbehrlich, wenn man eine ernsthafte schriftstellerische Karriere im Blick hat. Einen guten Literaturagenten zu finden ist allerdings kaum einfacher als einen Verlag zu finden. Hinzu kommt, daß sich auch auf diesem Gebiet viele schwarze Schafe tummeln.

Doch es kann Ihnen nichts passieren, wenn Sie sich an folgende drei eiserne Regeln halten:

§1: Geld fließt immer nur VOM AGENTEN ZUM AUTOR - nie in die entgegengesetzte Richtung.

§2: Es gibt KEINE AUSNAHMEN von Regel 1.

§3: Falls Sie glauben, daß aus irgendeinem Grund DOCH ein Ausnahmefall vorliegt, IRREN Sie sich.

Wer versucht, Ihnen eine Ausnahme von der Regel 1 zu "verkaufen" ("Lesegebühr" z.B.), ist unseriös. Punkt.

Alles, was Sie sonst über dieses Thema wissen müssen, plus eines Verzeichnisses renommierter Literaturagenturen, finden Sie in den Buch "Traumberuf Autor", von Joachim Jessen, Martin Meyer-Maluck, Bastian und Thomas Schlück, erschienen beim mvg-Verlag. (Zufällig sind das meine Agenten. Aber das ist wirklich Zufall.)



Ist es sinnvoll, in Deutschland mit einem Literaturagenten zu arbeiten?

Ja. Allerdings gibt es wenig gute und einige unseriöse. Unseriös ist: wenn Agenten eine Lesegebühr zu verlangen oder regelmäßige monatliche Zahlungen. Ein guter Agent macht mit Ihnen einen Vertrag dahingehend, daß er einen bestimmten prozentualen Anteil von allen Einkünften aus Ihren Veröffentlichungen erhält, z.B. 10-15%. Da er bessere Verträge als Sie selber aushandelt, lohnt sich das sofort. 
Grundsätzlich ist es ein gutes Zeichen, wenn einen ein angesehener Agent überhaupt nimmt. Da er einen Ruf zu verlieren hat, heißt das, er hält Sie für gut.

Um die Frage "Wie findet man Agenten?" vorweg zu beantworten: Besorgen Sie sich den Katalog der Frankfurter Buchmesse, da stehen sie alle drin.



Hat Ihr Agent das bei Solarstation irgendwie anders gehandhabt als Sie selbst beim ersten?

Ja, klar. Cool und professionell hat er einen Vertrag ausgehandelt, in wirklich zähem Ringen, mit dem man gut leben kann. Und z.B. die Auslands- und Filmrechte behalten. (Ich träume doch von "SOLARSTATION" mit Bruce Willis in der Hauptrolle...)



Ich habe bei meinen bisherigen Büchern immer selber verhandelt, aber manchmal überlege ich doch, ob ich mit einem Agenten nicht besser dran wäre.

Mir ist eine Konversation im Gedächtnis geblieben, die ich einmal per CompuServe mit einem New Yorker Agenten hatte. Der erzählte, er sei nicht nur Agent, sondern schreibe auch selber Bücher. Die vertrete er aber nicht selber, sondern dafür habe er seinerseits einen Agenten, und zwar nicht einmal einen Kollegen aus der eigenen Agentur, sondern einen ganz weit weg. Seine eigenen Bücher selber zu vertreten, sei "invitation for trouble", meinte er.

Ich habe mal ein Buch über Verhandlungsführung gelesen, und darin die bemerkenswerte Erkenntnis gefunden, daß man sich in einer STÄRKEREN Verhandlungsposition befindet, wenn man NICHT alle Vollmachten hat. Dann kann man nämlich in kniffligen Situationen immer sagen, "da muß ich erst meine Frau fragen" oder "ich würde die Schrankwand ja nehmen, aber mein Mann wäre bestimmt nicht einverstanden mit dem Preis".

Und als Autor hat man eben alle Vollmachten, ergo einen schwereren Stand!



Ich schreibe an meinem ersten Roman. Die ersten drei Kapitel sind fertiggestellt. Würden Sie jetzt schon bei einem Agenten anklopfen?

Das hat wenig Zweck, wenn es sich um das erste Buch handelt, das Sie überhaupt schreiben. Ein Agent wird sehen wollen, daß Sie auch imstande sind, ein Buch zu Ende zu schreiben. Ein Buch anfangen, das können viele. Eines beenden, das können wenige.



Ich brauche eine Agentur, ich bin ein organisatorischer Idiot.

Nein, man kann ein organisatorisches Genie sein und braucht trotzdem einen Agenten. Ein Agent hat in Verhandlungen mit Verlagen grundsätzlich die bessere Position, verglichen mit einem Autoren. (In den USA lassen sich Agenten, die selber Bücher schreiben, ihrerseits durch ANDERE Agenturen vertreten!!)



"Mein" Agent (ich habe keinen bindenden Vertrag mit ihm, fühle mich ihm gegenüber aber moralisch verpflichtet, er hat mir wirklich sehr geholfen) sagte mir, er wäre durch den originellen Titel meines Romans aufmerksam geworden. Jetzt verlangt er von mir, ihn zu ändern. Ist es nicht mein Recht, den Titel selbst zu bestimmen?

Doch. Gegen Ihren Willen kann niemand den Titel ändern. In diesem Punkt ist das Urheberrecht sehr eindeutig.

Grundsätzlich kann es manchmal ein Segen für ein Buch sein, wenn der Titel geändert wird. Manche Autoren haben ein Händchen dafür, die schlechtestmöglichen Titel zu finden. Und die Fälle, in denen ein guter Titel einen Bestseller macht, sind Legion.

In Ihrem Fall kommt mir das, was Sie über diesen Agenten erzählen, nicht koscher vor. Da scheinen Sie eine ungute, nicht auf gegenseitigem Respekt beruhende Beziehung, und das ist keine gute Basis. Einen Agenten zu haben ist wie verheiratet sein, denken Sie daran! Im Idealfall sollte diese Beziehung ein Leben lang halten, und was Sie da beschreiben, klingt eher wie der Auftakt zu einer schlechten Ehe. Denken Sie daran: ein Agent braucht einen Autoren nötiger als umgekehrt, denn ein Autor kann auch ohne Agent ein Buch veröffentlichen - ein Agent ohne Autoren ist dagegen nichts.

Meines Erachtens darf ein Agent allenfalls zart anregen, darüber nachzudenken, ob ein anderer Titel möglicherweise verkaufsfördernder wäre. In meinen Ohren klingt das allerdings so, als ob er es bei Verlagen nicht einmal durch die Tür schafft, denn Lektoren ignorieren Titel erst einmal und lesen das Exposé. Sprich, der Wunsch nach Titeländerung kommt für gewöhnlich von Verlagen, und das ist etwas ganz anderes.



Ich gehöre zu den jungen Autoren, die verzweifelt versuchen, veröffentlicht zu werden. Das Problem besteht darin, dass ich von der Agentur, eine große in Berlin, gefragt wurde, ob ich schon einmal veröffentlicht hätte. Ich sagte nein (Kommentar "... das ist sehr schlecht...") und bekam postwendend nach 2 Wochen mein Manuskript zurück mit einer allgemeinen Aussage.Nun bin ich demotiviert, weil schon die Agenturen keine Jungautoren mehr fördern wollen. Dabei ist das Thema aktuell und gut aufgegriffen wie ich meine. Okay, es war nur eine Ablehnung aber was mache ich, wenn keine Agentur mich unter Vertrag nehmen will, da brauch ich doch gar nicht erst bei den Verlagen anfangen?

Das stimmt so nicht. Generell ist es schwieriger, von einer Agentur unter Vertrag genommen zu werden als von einem Verlag.

Agenturen interessieren sich grundsätzlich ohnehin nur für Autoren, die eine gewisse Produktivität erahnen lassen - mindestens alle 2 Jahre ein neues Buch, grob gesagt.

Was Sie tun KÖNNEN, ist folgendes:

  1. Versuchen Sie doch tatsächlich, etwas zu veröffentlichen, eine Kurzgeschichte, eine kleine Fabel, und wenn es nur für umsonst in einem Literaturblatt ist. Nehmen Sie an Literaturwettbewerben teil. Abgesehen davon, daß es Ihre Vita aufbessert ("Erste Kurzgeschichtenveröffentlichungen im Magazin XY"), ist es eine interessante und lehrreiche Erfahrung.
  2. Sie können unabhängig davon an Verlage herantreten. Die ideale Situation ist, daß sich ein Verlag für Ihr Buch interessiert - dann sollten Sie sich an eine Agentur wenden, von der Sie viel Gutes gehört haben, und fragen, ob man Sie vertreten möchte! Da sagt dann keine Agentur mehr Nein.
  3. Sie können es bei anderen Agenturen versuchen. Die Geschmäcker sind verschieden, die Geschäftsfelder auch, und es kann eine Weile dauern, bis man in den richtigen Händen ist.

Was Sie tun SOLLTEN, ist:

Vergessen, daß irgendjemand "Jungautoren fördern sollte". Auf der Ebene der Agenturen und Verlage ist das Bücherschreiben knallhartes Business, wo nur zählt, ob das, was Sie machen, verkäuflich ist. Das ist es, wenn Sie so schreiben, daß Sie Ihre Leser erreichen, zum Träumen bringen, begeistern. Jedem in diesem Spiel ist es völlig egal, ob Sie jung oder alt, Mann oder Frau, erfahren oder Anfänger sind - es zählen nur die Worte auf dem Papier. Ob die Magie haben oder nicht. Konzentrieren Sie sich darauf. Wenn das, was Sie erzählen, Glanz hat, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der jemandem in dieser leider ziemlich vielbeschäftigten Welt ins Auge sticht. Und dann geht es los.

Die Einstellung "jemand sollte Jungautoren fördern" bettelt um Almosen. Das ist aber nicht, was Sie wollen. Sie wollen, daß man Sie schätzt um dessen willen, was Sie schreiben. (Und anbei bemerkt: Wenn die Bremse Ihres Autos komische Aussetzer hat und Sie in die Werkstatt fahren, dann ist Ihnen auch egal, ob der Mechaniker jung oder alt ist, und ganz bestimmt wollen Sie keinen "Jungmechaniker fördern" - Sie wollen, daß Ihre Bremse ordentlich und zuverlässig repariert wird. Oder?)



Was halten Sie eigentlich für die bessere Lösung: Zuerst versuchen einen Agenten zu finden, oder die Verlage persönlich anzuschreiben?

Wenn Sie zuerst einen Agenten finden, ist es besser. Aber Agenten sind eben auch nicht leicht zu finden. 


Ich habe eine Agentur gefunden, die mir durch und durch seriös erscheint und mir das Angebot zur Zusammenarbeit gemacht hat. Würde es das Vertrauensverhältnis belasten, wenn ich darum bitte, die Vermittlung an Druckkostenzuschussverlage auszuschließen?

Das sollte für eine seriöse Agentur selbstverständlich sein. Wenn nicht, wäre es nicht nur KEINE seriöse Agentur, sondern auch eine auf dem direkten Weg in die Pleite. Denn: Eine seriöse Agentur verdient immer nur an dem, was der Autor von den Verlagen bekommt. Wie sollte das gehen bei einem Zuschuß"verlag"?? Beteiligte sich dann die Agentur an den Kosten?? Sicher nicht.



Bin ich nicht ohnehin "letzte Instanz" der Entscheidung? Das heißt, so wie ein Immobilienmakler meinen Käufer zwar suchen kann, mir aber letztlich doch die Entscheidung bleibt, kann ich auch in meinem Verhältnis zur Literaturagentur letzlich doch mein Veto einlegen?!

Natürlich, denn SIE müssen alle Verträge, die die Agentur aushandelt, letztlich UNTERSCHREIBEN. Und ehe Sie das nicht tun, ist nichts gültig. Das ist sogar noch besser als ein Veto, würde ich meinen.



Und wenn ich einen Agenten finden sollte, sichern die mir ein Urheberrecht?

Das Urheberrecht entsteht automatisch, das muß man nicht sichern. Da machen Sie sich die falschen Sorgen. Verleger sind weiß Gott manchmal rechte Schlitzohren, aber daß einer je das Manuskript eines Jungautors geklaut hätte, davon habe ich noch nie gehört. Ein solches Manöver könnte für einen Verlag auch verheerende Folgen haben.



Wenn ich mein Manuskript zu einem Agenten schicke und ihn nur fragen möchte, ob er das Buch vermitteln könnte, kann es passieren, daß ich an jemanden gerade, der mir gleich eine Rechnung schickt, für die Lektoratskosten? Wie kann ich mich absichern?

Da brauchen Sie sich nicht abzusichern; eine solche Rechnung brauchen Sie einfach nicht zu zahlen. Es sei denn, der betreffenden Agent teilt Ihnen vorher mit, daß er Ihr Manuskript nur gegen Gebühr prüft, und Sie sich einverstanden erklären (alles schriftlich). Aber in dem Fall würde Ihnen das sagen, daß es sich ohnehin nicht um einen seriösen Agenten handelt.



Ich habe es auch schon geschafft eine Agentur anzuschreiben, habe aber leider eine Absage bekommen. Nicht das ich den Kopf jetzt in den Sand stecke, nein, aber ich habe Befürchtungen, dass mir bei dem Versand vielleicht doch ein Fehler unterlaufen ist.

Sie werden das nicht so gerne hören, aber ich fürchte, Sie müssen in Erwägung ziehen, daß es eher an dem liegt, WAS und WIE Sie geschrieben haben und nicht an der Art, wie Sie es verschickt haben. Was meine eigene Agentur anbelangt, kann ich Ihnen versichern, daß man da sehr tolerant hinsichtlich Verpackung, Formatierung und solchen Dingen ist und es nur auf den Text ankommt, und ich glaube, daß das in anderen Agenturen nicht anders ist.

Daß eine Agentur absagt, ist allerdings kein AUS; genauso wie Verlage haben auch Agenturen ihre Vorlieben, ihre spezifischen Vorstellungen, was vermarktbar ist und was nicht. (Viele Romane sind Dutzende Male abgelehnt worden und später Weltbestseller geworden!) Und manche Agenturen nehmen einfach bestimmte Genres grundsätzlich nicht an, oder sie nehmen zur Zeit überhaupt niemanden an, weil sie mit dem bestehenden Autorenstamm ausgelastet sind.

Fallen Sie aber nicht auf Abzocker herein! Es gibt Pseudo-Agenturen, die nur darauf aus sind, den Autoren das Geld abzuluchsen - nicht nur, daß Sie Ihr Geld los werden für "Buchdoktoren" und "professionelle Lektorate" und dergleichen, diese Agenturen haben auch nicht wirklich Kontakt zu Verlagen, d.h., es bringt Sie nicht einmal weiter. 

Es kann Ihnen nichts passieren, wenn Sie sich strikt an obige drei Regeln halten.



Mir ist es gelungen, einen Roman fertigzustellen und bin auf der Suche nach Agenturen auch fündig geworden. Gleich zwei Agenturen reagierten positiv und schickten mir eine Zahlungsanweisung (Angebot). XY-Agentur wollte 2500,- Euro und XYZ-Literaturstudio lediglich 600,- Euro.

...mit diesen Worten beginnen viele Geschichten, die dann mit "und dann war ich mein ganzes Erspartes los und hatte erst nichts erreicht" enden.

Grundsätzlich: Geld soll immer nur VON DER AGENTUR ZUM AUTOR fließen - niemals andersherum. Und die Agentur wiederum bekommt das Geld von den Verlagen, und diese wiederum von den Käufern - IHRES Buches. So einfach ist das.

Und eine Agentur, die Geld von IHNEN will, ist unseriös. So einfach ist das auch.

Und bitte NICHT nachfragen: Es gibt keine Ausnahmen. Punkt. Wirklich keine.



Da ich verschiedentlich bereits gelesen habe, dass Agenturen, die vorab für Leistungen bezahlt werden wollen eher als unseriös gelten, bin ich natürlich vorsichtig.

Gut so.



Oder raten Sie mir generell von solchen Agenturen ab, die ja so sehr um den Nachwuchs bemüht sind?

Bemüht sind diese wohl hauptsächlich um ihren Geldbeutel. Ja, ich rate Ihnen davon ab.

Die Regeln sind ganz einfach:

(1) WENN GELD VOM AUTOR ZUR AGENTUR FLIESSEN SOLL: HÄNDE WEG!

(2) ES GIBT KEINE AUSNAHMEN.

Ist nicht so schwer zu begreifen, oder? Verwechseln Sie nicht gesunden Menschenverstand mit Rosa-Brille-Hoffnungsdenken. Suchen Sie weiter, und schreiben Sie derweil den nächsten Roman.



Ich bekam das Feedback von einer (großen) Agentur, der Leser würde sich nicht für mein armseliges Autorenleben interessieren, obwohl es sich um eine fiktive Story gehandelt hat. Ist es denn grundsätzlich so, dass ein unbekannter Autor, der in der Ich-Form schreibt, immer gleich mit seinem Text identifiziert wird?

Nein. Der Text muß dazu einladen. Wenn ein 24jähriger, schwuler Autor über die Liebesabenteuer eines 24jährigen, schwulen Autors schreibt, ist das zum Beispiel eine Einladung. Schreibt besagter Autor in der Ich-Form über die Erlebnisse einer vierzigjährigen Gefängnisaufseherin, wird kein Mensch auf die Idee kommen, ihn damit zu identifizieren.

Autoren sollten nach Möglichkeit sowieso nicht über das Autorenleben schreiben. Das ergibt in 99% der Fälle unlesbares Zeug.

Besagtes Feedback dürfte eher ein Hinweis sein, daß folgendes Gegenargument gegen die Ich-Form zutrifft: daß in der Ich-Form zu schreiben die bei Erstlingsautoren ohnehin große Gefahr verstärkt, daß nicht ein Roman draus wird, sondern eine Art Tagebuch, das nur der Autor verstehen kann. Wenn Sie in der Ich-Form schreiben UND über das Dasein eines Autors, dann gerät Ihnen der Text vielleicht einfach zu privat.



Kann ich mit der Agentur festlegen, daß ich (zum Beispiel) nicht unter 2,8 % Gewinnanteil akzeptiere?

Das heißt nicht Gewinnanteil, sondern Tantieme. Es bezieht sich auf den NETTO-Verkaufspreis des Buches (also abzgl. MwSt.) und beträgt bei Taschenbüchern typischerweise zwischen 5 und 9 %, bei Hardcovern zwischen 7 und 10 % davon.

Es ist das ganz natürliche Eigeninteresse einer Agentur, möglichst lukrative Verträge für ihren Autor auszuhandeln, weil sie selbst daran mitverdient.



Ich würde gerne versuchen, mit meiner Arbeit mal an eine geeignete Agentur heranzutreten. Da ich mich mit Sachbuch und Roman bzw. Erzählung beschäftige, wäre wohl eine Agentur ideal, die sowohl Sachbuch wie Prosa vertritt. Diese Kombination scheint aber recht selten zu sein. Ist Ihnen eine Literaturagentur bekannt, die einen guten Ruf hat, seriös ist und beide Bereiche vertritt?

Die meisten Agenturen machen beides, soweit ich das sehe; sie hängen es nur nicht an die große Glocke. Und ganz sicher würde keine Agentur, die Ihre Romane vertritt, sagen, "um Ihre Sachbücher kümmern Sie sich aber mal schön alleine". Insofern ist das kein wirkliches Problem. Das wirkliche Problem ist, eine Agentur zu finden, die sagt, "ja, wir vertreten Sie." Das ist kein Haar einfacher als einen Verlag zu finden. 
Eine gute Liste seriöser Agenturen finden Sie in dem Buch "Traumberuf Autor" von Jessen/Mayer-Maluck/Schlück; weitere Adressen sind in den Katalogen der Frankfurter Buchmesse zu finden, wo die Agenturen bekanntlich eine eigene Halle belegen und alles vertreten ist, was Rang und Namen hat. Da müssen Sie halt mal anfragen und im übrigen Ihrer Menschenkenntnis vertrauen.



Ich habe die erste Leseprobe an eine Literaturagentur geschickt, die wollten dann den Rest haben. Aber seit sie alles haben (gut zwei Monate) habe ich nichts mehr von ihnen gehört. Wieviel Zeit sollte ich ihnen geben? Ich kaue schon auf meinen Nägeln, aber ich war eh nie der geduldige Typ.

Dann stehen Sie dazu und fragen Sie nach. Zwei Monate muß reichen, um ein Manuskript zu lesen, das man angefordert hat. Sie können ja ganz freundlich bleiben am Telefon, aber erkundigen Sie sich einfach nach dem Stand der Dinge, das ist nicht ungehörig, sondern durchaus professionell. Falls der Stand noch der alte ist, kann man auch fragen, bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. Manchen Menschen ist es gegeben, am Telefon so klingen zu können, als hätten sie noch ein anderes verlockendes Angebot in der Hinterhand, ohne dergleichen mit auch nur einem Wort anzudeuten; sollten Sie zu dieser Gattung gehören, spielen Sie das aus!



Wie finde ich daraus einen guten Agenten, d.h. eine aktive, rührige und sehr gute Agentur. Denn wenn ich mich erst einmal gebunden habe, bin ich "auf Gedeih und Verderb" mit meiner ersten, vielleicht einzigen aber sicher wichtigsten Arbeit an diese Entscheidung gebunden. Natürlich ist die erste Hürde, überhaupt das Interesse des Agenten zu wecken und dessen Bereitschaft MICH zu vertreten. Aber - angenommen, alle Kriterien werden positiv eingeschätzt und mehrere sind interessiert. Gibt es aus Ihrer Sicht Hinweise in den Antworten darauf, welcher Partner der richtige sein könnte?

Zunächst müssen die Basics stimmen, d.h. er arbeitet rein auf Beteiligung an den Erfolgshonoraren (i.d.R. 15 %), und so etwas wie Lesegebühren, monatlich zu entrichtende Beiträge o.dgl. etc. ist am besten nicht einmal Thema.

Dann kann man ohne weiteres fragen, welches die erfolgreichsten Autoren sind, die die Agentur vertritt, und welche erfolgreichen Bücher z.B. durch sie zustandekamen; das gibt dann schon einen Eindruck.

Und wenn sich dann immer noch die Qual der Wahl stellt, kann man ja die entsprechenden VERLAGE anrufen und fragen, was die von dieser Agentur halten. 



© Andreas Eschbach

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