"Marsprojekt" abgeschlossen

Am Samstagvormittag stand er endlich in der Einfahrt, der weiße Lieferwagen vom Paketdienst, und der junge Mann kam mit einem großen Paket auf mich zugestürmt, als ich aus der Tür trat. In solchen Momenten gehe ich im Geist immer rasch eine Art Liste im Hinterkopf durch - "was erwarte ich an Paketen?" Diesmal fiel mir nur ein Punkt ein, und das war es dann auch: Die Belegexemplare von "Das Marsprojekt 5 - Die schlafenden Hüter".

Für einen Schriftsteller ist das immer ein besonderer Moment: Das Buch, an dem man so lange gegrübelt und geschrieben und korrigiert und nochmal korrigiert und das man irgendwann endlich zum Druck freigegeben hat (in der Regel mit dem Gefühl, dass man bestimmt was übersehen hat), endlich wirklich und wahrhaftig in Händen zu halten. Es aufzuschlagen, die Sätze und Kapitel wiederzusehen, an die man in der Zwischenzeit - man hat ja in der Regel schon wieder was anderes in Arbeit - nicht mehr gedacht hat, und sie wiederzuerkennen. Es zu riechen, zu spüren, wie es sich anfühlt, was es wiegt, wie sich die Seiten umblättern.

In diesem Fall war der Moment noch einmal ganz besonders besonders, denn immerhin ist mit diesem Buch nun der fünfteilige Zyklus um die "Marskinder" zu seinem Ende gekommen. Keine Kleinigkeit: Den ersten Band habe ich im Jahr 2000 konzipiert, mir schon damals auch Gedanken gemacht, wie sich das Buch zu einer mehrbändigen Serie ausbauen ließe, Gedanken, die sich im Großen und Ganzen dann auch ziemlich so umsetzen ließen, wie ich es damals auf einem A4-Blatt karierten Papiers skizziert hatte. Als ich den fünften Band schließlich zu den anderen ins Regal stellte, blätterte ich die auch nochmal durch. Mein Ziel war gewesen, fünf Bücher zu schreiben, von denen jedes neben seinem Beitrag zur großen Geschichte auch eine (einigermaßen) abgeschlossene Geschichte erzählen sollte: Etwas, das mir, wie mir scheint, ganz gut geglückt ist.

Beim ARENA-Verlag wird der Belegversand so gehandhabt, dass der Autor seine Exemplare erst kriegt, wenn der Buchhandel beliefert wird. Das hat eine gewisse merkantile Logik und kommt dem Leser zu Gute, der ein neues Buch ja eventuell ungeduldiger erwartet als der Autor (jedenfalls ist das der vom Autor erhoffte Idealfall), da er ja, anders als der Autor, noch nicht weiß, was darin steht. Mit anderen Worten: Jetzt, da ich das Buch habe, sollte es auch in allen guten Buchhandlungen verfügbar sein.