So war die Lesereise

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Erstaunlich: Allen Streiks in deutschen wie französischen Verkehrsbetrieben zum Trotz verlief diese Lesereise so reibungslos wie selten eine. Was die Anreise anbelangte, um die ich mir so Sorgen gemacht hatte, verlagerten sich die Streiks rechtzeitig in den Süden – nach Spanien z.B. wäre kein Durchkommen gewesen, aber dafür lief auf der Strecke nach Köln alles wieder normal. Und die Warnstreiks in Deutschland – ja, die führten am ersten Dienstag zu herzhaften Verspätungen: Als ich von Nordenham kommend in Bremen eintraf, lachte mir auf der Anzeigetafel meines Anschlusszuges "60 Minuten Verspätung" entgegen. jede Menge anderer Züge hatten 90 oder sogar 120 Minuten Verspätung – darunter ein Zug, der zwei Stunden vorher dieselbe Strecke gefahren wäre, auf der ich weiter wollte: So nahm ich eben den und gelangte ohne Probleme nach Lüneburg. Auch danach gab es hier und da Verspätungen, aber mich betrafen sie irgendwie nie.

Die Lesungen waren alle gut besucht, die Stimmung überall bestens, die Mikrofone funktionierten alle, Husten und Heiserkeit – sonst gefürchtete Reisebegleiter – verschonten mich, und die Hotels waren alle prima: Was will man mehr?

(Foto: Olaf Schilgen)