Dunkle Wolken am Reisehimmel

In Frankreich wird gerade protestiert. Worum es geht, habe ich immer noch nicht wirklich verstanden, nur, dass es mit einer bevorstehenden Rentenreform zu tun hat. (Es ist eine der Merkwürdigkeiten französischer Streiks, dass denjenigen, die davon betroffen sind, nie erklärt wird, worum es eigentlich geht: Man steht nur vor einem Schild, dass dieses Geschäft geschlossen ist, jener Zug nicht fährt "wegen Streik". Was mit dem Streik erreicht werden soll, wird nie gesagt. Das weiß "man" offenbar – nur ich halt nicht.)

Die Auswirkungen haben etwas von Szenen aus "Ausgebrannt": Da Demonstranten Ölhäfen und Tanklager blockieren, kriegt man an Tankstellen kein Benzin mehr oder nur eingeschränkt – unsere Nachbarin kam gestern mit einem Tipp, wo man noch für bis zu 15 Euro tanken könne. Taxen fahren kaum noch. In den Supermärkten tun sich erste Lücken in den Regalen auf. Und eben das: Züge (und Flüge erst recht) fallen aus. Massenhaft.

Gut, das mag sich bis zum Wochenende alles wieder beruhigt und eingespielt haben. Aber vielleicht eben auch nicht. Es bleibt spannend. Alle paar Stunden checke ich die Webseite der SNCF, um mich auf den laufenden Stand zu bringen. Gestern hieß es, die Streiks gingen bis heute früh, nun gehen sie bis morgen früh. Gestern fuhren nur zwei Züge bis Paris, alle anderen sind ausgefallen. Es könnte ein Abenteuer werden, sich bis nach Deutschland durchzuschlagen.