Autorenlesung online

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Der SF-Autor Frank Hebben hat vor einiger Zeit ein Projekt gestartet, das folgendermaßen funktioniert: Er überredet Autoren dazu, eine eigene Story selber einzulesen, und stellt die Aufnahme anschließend auf dem Portal letslisten.de online.

Das ist deswegen eine Meldung hier, weil er mich auch überredet hat, und infolgedessen kann man, so man will, von nun an dort meine Lesung der Story "Acapulco! Acapulco!" hören, die letztes Jahr im Magazin "EXODUS" erschienen ist.

Direkt zur Lesung (räusper, räusper) geht es hier.

QUEST elektrisch mit Rabatt

Information für Freunde des elektrischen Buches, die womöglich QUEST immer noch nicht gelesen haben (gerüchteweise soll das vorkommen): Apple bietet das zugehörige eBook in einer Aktion namens "For the Adventure" vom 17. Juli bis zum 1. August 2017 für EUR 4,99 statt der regulären EUR 8,49 an. Die anderen Portale werden diesen Preisnachlass ebenfalls nachvollziehen, dem Buchpreisbindungsgesetz folgend.

Zu den Sternen!

Tagung zum Thema Eschbach

balogo
Wer sich für Literaturwissenschaft und/oder Germanistik interessiert, mag den Hinweis nützlich finden, dass am 24. und 25. September 2017 an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel eine Tagung über den Autor Andreas Eschbach und sein (bisheriges) Werk stattfindet. Ich selber werde auch da sein und bin schon gespannt, was die Referenten (Wulf Dorn, Klaus N. Frick, Leonhard Koppelmann, Kathrin Lange, Burkhard Spinnen und Regula Venske) so alles zu sagen haben werden. Meines Wissens sind derzeit noch Plätze frei.

Alle nötigen Informationen inkl. Programmflyer als PDF finden sich hier.

Fernsehtermin: ORF III, Dienstag 11.4., 20:15

Ich war vor kurzem in Wien zur Aufzeichnung eines ziemlich ungewöhnlichen Bücher- und Autorenmagazins, von dem ich, mangels eigenem Fernsehgerät und entsprechenden Freizeitgewohnheiten, bis zu der Einladung noch nie gehört hatte, nämlich der Sendung "erLesen": Ein Moderator lädt vier gänzlich unterschiedliche Autoren ein, kredenzt ihnen ein Glas Wein, und dann wird palavert – über das aktuelle Buch, über andere Bücher, über Gott und die Welt. Die anderen Gäste hatten es nicht so weit wie ich, waren sogar teilweise direkt aus Wien: der Kabarettist und Autor Roland Düringer, die Schauspielerin Ulrike Beimpold und der Dichter Stephan Eibel Erzberg. Moderator ist stets Heinz Sichrovsky. So sah das aus:

erlesen

Es war ziemlich kurzweilig und, wie immer bei solchen Sendungen, viel zu schnell vorüber. Ausgestrahlt wird das alles am kommenden Dienstag, dem 11. April 2017, um 20:15 auf ORF III, und an den folgenden Tagen wird es noch etliche Male wiederholt.

Papyrus Stilanalyse: Kleines Anwendungsbeispiel

Ich wollte die Anwendung der Stilanalyse schon immer mal an einem Beispiel aus der Praxis zeigen, aber das ist gar nicht so einfach, wenn es wirklich ein Beispiel aus der Praxis sein soll. Denn: Wenn man einen Text mithilfe der Stilanalyse überarbeitet, ist man so »drin«, geht so darin auf, dass man unmöglich gleichzeitig neben sich treten und kommentieren kann – das wäre ein bisschen so, als verlange man von einem Boxer, seinen eigenen Kampf zu kommentieren, während er ihn kämpft. Beim Schreiben ist es zwar nur der Kampf gegen sprachliche Schwachstellen, aber auch da muss man ganz bei der Sache sein.

Nun habe ich gerade eine Überarbeitung hinter mir (das Manuskript des Folgeromans zu »Aquamarin«), und eines Morgens, als ich mich an den Computer setzte, das nächste zu bearbeitende Kapitel aufrief und die ersten Zeilen betrachtete, sah ich darin plötzlich ein schönes Beispiel, an dem sich erklären lässt, wie man die Stilanalyse nutzt.

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GENERATION SPUTNIK!

Am Freitag, dem 16. Dezember 2016, läuft um 21:50 auf ARTE ein Dokumentarfilm über die Zukunftsvorstellungen der 1960'er Jahre. Er trägt den Titel "GENERATION SPUTNIK! Das goldene Zeitalter der Science-Fiction", und ich komme auch darin vor.

atomium

Tatsächlich bin ich vor einiger Zeit eigens dafür nach Brüssel gefahren, denn das Interview fand im berühmten Atomium statt – was gut passte, denn das wollte ich schon immer mal besuchen. Und ich sag mal so: Für noch mehr 60er-Jahre-Feeling müsste man das Set der "Raumpatrouille Orion" wieder aufbauen …


eBook-Aktion zu Weihnachten

billion
Vom 24. Dezember bis zum 4. Januar kann man, so man sie noch nicht hat, die eBook-Ausgabe von "Eine Billion Dollar" im Rahmen der "12 Days of Kindle Promotion" für nur € 1,99 erwerben (sonst € 4,99, was immer noch ein extrem günstiger Wechselkurs zum Dollar ist :-D). Da andere Shops bei solchen Aktionen eigentlich immer mitziehen, lohnt es sich auch für Besitzer von Tolinos oder anderen Lesegeräten, in diesem Zeitraum beim eBook-Anbieter ihrer Wahl nachzuschauen.

Das Timing ist natürlich kein Zufall: Diese und ähnliche Aktionen zielen insbesondere auf diejenigen, die zu Weihnachten ein Lesegerät geschenkt bekommen und folglich Lesestoff dafür benötigen. Da kann man, meine ich, mit der "Billion" auch nichts falsch machen …

Hörspiel "Quantenmüll" wieder im Schweizer Rundfunk

Ein Hörtipp: Mein Hörspiel „Quantenmüll“, im Jahre 2004 vom Sender SRF 1 produziert, wird am Montag, den 24. Oktober 2016, um 14 Uhr ein weiteres Mal ausgestrahlt. Anschließend wird es 7 Tage lange per Streaming verfügbar sein.

Hierbei handelt es sich nicht um eine Bearbeitung der gleichnamigen Kurzgeschichte (in meinem Sammelband "Eine unberührte Welt" enthalten), vielmehr habe ich damals auf Wunsch des Senders ein Hörspiel geschrieben und es erst danach in eine Story umgearbeitet.

"Wunder des Universums" im Theater

Die Theatergruppe wirhabendasnichtgewolltProduktion hat meine Kurzgeschichte "Die Wunder des Universums" (erstmals erschienen im September 1997 in der Zeitschrift Science Fiction Media, Nr. 132, heute erhältlich in meiner Kurzgeschichtenanthologie "Eine unberührte Welt") für das Theater adaptiert. Die Hauptrolle wird von Nika Wanderer gespielt, Dennis Rehner steuert die Sprechrollen bei, Anne Dietrich tanzt und Volker Hartmann-Langenfelder sorgt für Video- und Souneffekte. Regie führt Dorothea Eitel.

Die ersten Aufführungen waren schon letztes Jahr im Oktober (hier eine Rezension, die ich gefunden habe; auf der Website der Theatergruppe finden sich auch Bilder), ich habe es nur verschwitzt, an dieser Stelle darauf hinzuweisen. Nun sind vier weitere Aufführungen angesetzt, und diesmal soll mir das nicht wieder passieren, deshalb also hier die Daten für alle, die günstig wohnen und sich das nicht entgehen lassen wollen:

4. Mai 2016, 19 Uhr: Kino im Centrum e.V. Filmtheater, Güntterstr. 6, 71672 Marbach am Neckar

5. Mai 2016, 20 Uhr: Gasthaus Löwen (Saal), Durlacher Str. 10, 75210 Keltern Ellmendingen

6. Mai 2016, 20 Uhr: TSV Halle, Sportplatzstraße 9 b, 69251 Gaiberg

7. Mai 2016, 20 Uhr: Schloss Merchingen (Clubräume Wild Tigers/Keller), Lindenplatz 4, 74747 Ravenstein

Die Karten kosten 10 € (8 € ermäßigt), unter hausbesuch@company-urbanReflects.de kann (und sollte) man reservieren.

Hörbuch-Schnäppchen

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Heißer Tipp für Hörbuch-Freunde: Der Ausgabe 8/2016 der COMPUTER BILD, die voraussichtlich ab 2. April in den Handel kommt, wird mein Roman Eine Billion Dollar als Hörbuch (und zwar die Lübbe-Edition) auf einer Covermount-DVD beiliegen. Ob es sich dabei um die Komplettlesung handelt, weiß ich gerade nicht, vermute es aber, weil: auf so einer DVD ist ja massenhaft Platz.

Nachtrag 15.03.2016:
Inzwischen habe ich erfahren, dass es sich in der Tat um die Komplettlesung handelt. Was bei einem Buch von fast tausend Manuskriptseiten ja schon einen Unterschied macht (auf eine CD passt normalerweise der Text von 25 Manuskriptseiten, d.h. selbst bei einem Hörbuch mit 8 CDs würden fast 800 Seiten fehlen). Die Komplettlesung dauert 28 Stunden und 40 Minuten.

Signierte Bücher? In Greiz!

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Buchhändler haben es ohnehin nicht leicht, und dann kommt manchmal auch noch Pech dazu: Zu den Firmen, die im diesjährigen Jahrhunderthochwasser im ursprünglichen Sinn des Wortes "untergingen", gehörte auch die altehrwürdige Buchhandlung Jäkel in der schönsten Straße des malerischen Greiz. Als ich davon erfahren habe und vor allem davon, dass man dort die Ärmel hochgekrempelt hat, um den Schlamm aus den Räumen zu schaufeln, alle Schäden zu reparieren, alles neu zu streichen und auszustatten und den Neuanfang zu wagen, bin ich durch mein Belegelager gegangen, habe nach links und rechts gegriffen und einen Postkarton vom Typ "Collissimo XL" bis zur Gewichtsgrenze mit Büchern und Hörbüchern vollgepackt, alles gründlichst signiert und als Zeichen der moralischen Unterstützung nach Greiz expediert.

Dort ist er auch wohlbehalten angekommen und wartet nun auf die Wiedereröffnung des Ladens und vor allem auf das "Dankeschön-Fest" am kommenden Samstag, dem 7. September 2013, in dessen Verlauf der Inhalt unter die Leute gebracht werden soll, ich schätze mal auf dem Wege der Versteigerung. Wer also am kommenden Wochenende in der Nähe von Greiz sein sollte und gerade dringend ein von mir signiertes Buch benötigt, oder wer einfach nur die Buchhandlung unterstützen möchte, weiß nun Bescheid.

Hier noch die Adresse: Buchhandlung Jäkel, Brückenstrasse 30, 07973 Greiz, Telefon: 03661-2382. Über die Homepage kann man auch eine Email schicken.

Noch einmal ein Seminar "Spannung"

Inzwischen ist es schon eine Weile aktuell und online: Ich werde auch 2014 wieder ein Seminar zum Thema "Wie schreibt man einen Roman, der so spannend ist, dass der Leser oder die Leserin ihn, sobald sie die ersten Zeilen gelesen hat, nicht mehr aus der Hand legt, ihn mit aufs Klo nimmt, seinetwegen zu spät ins Bett geht, Termine verpasst, das Essen anbrennen lässt, erotische Avancen abweist und sogar vergisst, bei Facebook reinzuschauen – und all das so lange, bis die letzte Seite erreicht ist?" geben.

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Ja, ich weiß – ich krieg das auch nicht in dieser Idealform hin. Aber man braucht ja Ziele und Ideale. Auf jeden Fall wird es an dem Wochenende vom 25. bis 27. April 2014 darum gehen, wie man, wenn man schon etwas schreibt, es so schreibt, dass es möglichst spannend wird. Dafür gibt es in der Tat Kniffe und Techniken, die zu kennen meines Erachtens nicht schadet, allerdings auch nicht genügt, weswegen wir an den drei Seminartagen und auch drumherum beträchtliche Zeit mit Übungen verschiedenster Art zubringen werden, denn an so alten Sprüchen wie "Übung macht den Meister" ist auch im 21. Jahrhundert noch was dran.

Meinen persönlichen Bericht über das Seminar 2013 können Sie hier nachlesen; hier und da im Netz fanden sich auch diverse Berichte von Teilnehmern, mitunter auch welche natürlich, die was zu bemängeln hatten, aber alles andere wäre ja auch verdächtig.

Ein Wort noch an alle, die das "eines Tages mal" machen wollen: Bitte gehen Sie nicht davon aus, dass ich das von nun an jedes Jahr machen werde und Sie ewig Zeit haben, diesen Schritt vor sich herzuschieben. Treffen Sie lieber eine Entscheidung.

Schreibseminar "Spannung"

Ziemlich genau 10 Jahre, nachdem ich an der Bundesakademie Wolfenbüttel ein Seminar rund um das Thema "Spannung im Roman" abgehalten habe, stand ich also am 12. April 2013 um 13 Uhr in den niegelnagelneuen, noch nach frischer Farbe duftenden Seminarräumen der Bastei-Lübbe Academy, um erneut diese Frage zu stellen: "Was macht eine Geschichte eigentlich spannend?"

marktwain

Es galt erst einmal ziemlich viel Theorie zu bewältigen. Paradoxerweise vor allem deshalb, weil die Literaturwissenschaft im Grunde keine Theorie der Spannung kennt (oder zumindest ich kenne keine) und man als Referent deswegen Grundlagenarbeit leisten muss. Es gibt zwar aus dem Bereich des Theaters die Dramaturgie, was aber nicht dasselbe und nur begrenzt auf den Roman übertragbar ist. Ich hege ja den heimlichen Verdacht, dass für einen gestandenen Germanisten das Thema Spannung "bäh-bäh" ist (irgendwo bin ich mal auf die Behauptung gestoßen, Spannung sei "eine Eigenschaft von Trivialromanen" – na, danke), etwas irgendwie Unanständiges, der Unterleib der Literatur sozusagen. Was ich eine unvernünftige Einstellung fände, denn meiner Beobachtung nach wäre fast jeder Roman gerne spannend, auch der hochliterarische. Und etliche Klassiker sind es ja auch – es weiß nur niemand, warum eigentlich.

Wie so oft galt also auch hier, dass man es, wenn es sonst keiner tut, eben selber machen muss, also bekamen die Teilnehmer in den drei Kurstagen die Eschbach'sche Theorie der Spannung vorgesetzt, entstanden aus den Erkenntnisse des Wolfenbüttel-Seminars plus meiner eigenen Erfahrungen und Überlegungen seither, in ihrer praktischen Anwendung (bzw. Nicht-Anwendung) illustriert anhand der vorab eingereichten Textübungen. Das war anspruchsvoll und nicht ganz unanstrengend; auch für den Dozenten, anbei bemerkt. Nachdem alle Texte besprochen waren, wurden sie im Lichte des Gelernten noch einmal neu bearbeitet, und als ich am Sonntagnachmittag den zweiten Reader mit den überarbeiteten Texten bekam und durchsah, hatte ich das ermutigende Gefühl, dass sich das Seminar wirklich gelohnt hatte: Viele Texte hatten durch die Überarbeitung geradezu dramatisch gewonnen.

Das Seminar war nicht ganz ausgebucht. Zwar hatte es mehr Anmeldungen als Plätze gegeben, aber da es sich um einen Fortgeschrittenen-Kurs handelte, fand eine Vorauswahl statt, in der dann doch einige Bewerber durchs Raster gefallen sind. Dank dieser Vorgehensweise saßen lauter Leute mit ausreichend Schreiberfahrung am Tisch, höchst interessante Leute übrigens, und von einigen davon wird man, davon bin ich überzeugt, noch hören. Oder lesen, besser gesagt.

Auf die freigebliebenen Plätze hatte die Leitung der Academy zwei Journalisten gesetzt, einer davon Wolfgang Tischer vom Literaturcafé, der inzwischen über das Seminar berichtet hat und mich bei der Gelegenheit auch gleich interviewte. Grund für diese Art Pressearbeit ist natürlich, dass die Bastei-Lübbe Academy ein Experiment ist, das noch argwöhnisch beäugt – und bisweilen auch von vornherein verurteilt wird: Dass ein Verlag Autoren ausbildet, finden erstaunlich viele Leute geradezu unanständig. Na ja, wo kämen wir auch hin, wenn das Schule machte? Womöglich werden dann demnächst auch Akademien für Künstler gegründet und Hochschulen für Musiker, und dann? Am Ende wird der DFB beginnen, Fußballernachwuchs zu trainieren, und dann?

Gut, Ironiemodus aus: Stellt man die Frage, ob Schreiben denn gelehrt werden könne, scheiden sich üblicherweise die Geister. Nein, ganz unmöglich, sagen die einen; war Thomas Mann etwa in Schreibseminaren? Hat Goethe etwa Drehbuchkurse besucht? Kafka einen Fernkurs belegt? Natürlich nicht, zum einen, weil es derlei damals schlicht nicht gab, zum anderen, weil die Genannten offensichtlich imstande waren, sich das, was sie brauchten, selber beizubringen. Man darf aber die Frage stellen, ob das unbedingt besser ist (ich habe mir das Tippen selber beigebracht, mich dadurch aber für "richtiges" Zehnfingerschreiben verdorben), und es ist zudem nicht jedermanns Sache.

Umgekehrt zu behaupten, alles sei lern- und damit lehrbar, auch das Schreiben, ja, sogar das geniale Schreiben, geht aber auch fehl, nur eben in die andere Richtung. Jeder Autor, Nobelpreisträger wie Schundromanschreiber, hat erst einmal Lesen und Schreiben gelernt und später irgendwann den Wunsch verspürt, zu schreiben: So fängt jeder an. Wenn man dann schreibt, merkt man, dass es erst mal nicht so gelingt, wie man sich das vorgestellt hat; dass die großartigen Bilder auf dem Weg vom Kopf aufs Papier irgendwie, irgendwo ihre Farbe und ihre Größe verlieren und sich das, was man aufgeschrieben hat, einfach nicht so liest wie es sich lesen soll. Man merkt, mit anderen Worten, dass einem noch etwas fehlt, und sucht nach Wegen, es zu lernen. Als Autor hat man es insoweit gut, dass man die Texten anderer studieren kann; anders als bei Bildern, deren Farben man nicht ansieht, wie sie gemischt und aufgetragen wurden, oder bei Musik, deren Tönen man nicht anhört, wie sie hervorgebracht wurden, ist bei Texten nichts verborgen, alle bestehen sie nur aus aneinandergereihten Worten: Anschauungsmaterial satt also. Und doch steht man oft davor wie ein Ochs vorm Berg, bis einem mal jemand sagt, worauf man achten könnte. Und genau das, nicht mehr und nicht weniger, ist, was ein Seminar, ein Buch übers Schreiben, ein Kurs leisten kann. Lehren kann man nur ein Handvoll elementarer Dinge – gewisse Techniken, Prinzipien, Kniffe, Methoden, Herangehensweisen. Nicht lehren kann man Talent: Das muss da sein. Nicht lehren kann man ferner die Bereitschaft, zu arbeiten, an sich wie an seinen Texten: Auch die muss da sein (wird landläufig als "Ehrgeiz" bezeichnet).

Und was ist dann Kunst? Das kann man sich meines Erachtens am besten beantworten, indem man sich vergegenwärtigt, dass Pablo Picasso, fraglos einer der bedeutendsten bildenden Künstler aller Zeiten, zugleich auch einer der bestausgebildetsten war: Er ist schon als Kind von seinem Vater angeleitet worden, hat an Kunstakademien studiert und schlicht alles gelernt, was es zu lernen gab. Auf dieser Grundlage hat er dann sein Werk geschaffen. Mit anderen Worten: Kunst beginnt jenseits dessen, was gelernt werden kann.

"Wie wir in Zukunft leben": Nochmal.

Die Dokumentation "Wie wir in Zukunft leben" wird auf n-tv noch einmal wiederholt, und zwar am Montag, dem 18. 3. 2013 (also morgen Abend!), beginnend um 23:10 Uhr. Wenn man nicht gerade Nachtwächter ist, dürfte das aber eher ein Fall für den Videorekorder sein, denn die Sendung dauert 4 Stunden!

Ein Buchtipp für Selfpublisher

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Ich selber bin bekanntlich kein Selfpublisher, aber Besitzer eines Kindle und interessierter Konsument auch selbstpublizierter eBooks. Das Faszinierende an Büchern, die von ihren Autoren in Eigenregie veröffentlicht werden, ist, dass man es mit Texten abseits der Filter von Verlagen und Medien zu tun bekommt. Ein bisschen wie die Leserbriefspalte in der Zeitung: Die lese ich auch immer gern, einfach aus dem Grund, dass sie so anders klingt als der Rest des Blattes. Genau wie auf Leserbriefseiten findet man auch im Selfpublishingbereich natürlich viel hanebüchenes Zeug – aber eben nicht nur, und was auch immer man findet, es ist unverstellt, direkt, ungeschminkt gewissermaßen. Und das hat was. Mehr denn je, seit man dank Leseprobenfunktion die Spreu leicht vom Weizen trennen kann und selbstpublizierte Bücher, früher stets schmerzhaft teuer, dank der elektronischen Form überaus erschwinglich geworden sind.

Aus eigener Erfahrung kann ich zum Selfpublishing nichts sagen, aber ich mache mir trotzdem meine Gedanken zum Thema. Und einen Buchtipp für Selfpublisher habe ich auch zu bieten.

Morgen: Die Zukunft bei VOX.

Letztes Jahr im Juli kam eine Anfrage von SPIEGEL-TV: Man plane eine vierstündige Dokumentation zum Thema "Wie leben wir in der Zukunft?"; ob man mich dafür gewinnen könne, meine diesbezüglichen Gedanken zu diesem Thema vor einer Kamera von mir zu geben? Da die Zukunft ja bekanntlich mein Hobby ist, fand ich das ein interessantes Vorhaben und sagte zu.

Im Herbst flog ich zur Aufzeichnung des Interviews nach München. Die Aufnahmen fanden in Garching statt, in einer Bibliothek an der TU, weil einer der anderen Interviewten Prof. Ulrich Walter ist, der ehemalige ESA-Wissenschaftsastronaut und heutige Inhaber des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik (den ich aber leider nicht getroffen habe). Ich erinnere mich, dass die Münchner S-Bahnen atemberaubend unzuverlässig fuhren, dass sie voller Leute waren, die auf die Wies'n wollten oder, schlimmer, von dort kamen, und dass ich mich gefragt habe, ob da vielleicht ein Zusammenhang besteht.

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Nun habe ich heute früh super-kurzfristig den geplanten Sendetermin erfahren: Morgen Abend! Samstag, 16. März 2013, um 20:15 auf VOX. Ich habe den Beitrag selber auch noch nicht gesehen, werde ihn mangels Schüssel auch erst sehen, wenn ich die versprochene DVD kriege, aber ich hoffe mal, man hat aus dem recht langen Interview mit mir die Momente genommen, in denen ich was Vernünftiges gesagt habe.

"Metropolis" und "Solaris"

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Noch zwei Tipps für schnellentschlossene Filmfreunde im Großraum Bonn kann ich weitergeben: Am Donnerstag, 13. Dezember 2012, wird im Haus der Geschichte der Filmklassiker "Metropolis" von Fritz Lang gezeigt, und zwar die im Jahr 2010 restaurierte Originalfassung mit der Originalmusik. "Metropolis", 1927 uraufgeführt, gilt als erster deutscher Science-Fiction-Film von kaum zu überschätzender Wirkung auf das Genre.

Etwas weniger schnell muss man sich für den zweiten Film entschließen: "Solaris" von Andrej Tarkowskij steht am 31. Januar 2013 auf dem Programm. Beide Filme sind Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung "Science Fiction in Deutschland".

Schreibseminare "reloaded"

Vor inzwischen über 5 Jahren habe ich aufgehört, Schreibseminare zu geben, und hielt das Thema eigentlich für abgehakt – aber als mich die Macher der Bastei Lübbe Academy, die diesen Herbst ins Leben gerufen worden ist, gefragt wurde, ob ich nicht doch mal wieder … da konnte ich dann doch nicht nein sagen. Also sagte ich ja. Und so ist es nun amtlich: Ich werde nächstes Jahr zwei Seminare geben – eines zum Thema Spannung und eine Intensiv-Schreibwoche in Oxford.

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Beide Seminare richten sich an Fortgeschrittene, d.h. man muss sich bewerben und mit den eingereichten Probetexten ein Auswahlgremium überzeugen, dass man kein Anfänger mehr ist. Und um das gleich auch klarzustellen: Die Seminare der Bastei Lübbe Academy sind – anders als z.B. die Seminare an der Bundesakademie Wolfenbüttel, die der Staat (genauer gesagt, der Steuerzahler) bezuschusst – nicht ganz billig, sondern bewegen sich preislich im Rahmen dessen, was bei privaten Seminaranbieter für derlei Veranstaltungen üblich ist.

Damit ist der Bastei-Lübbe Verlag der erste Verlag, der eine eigene Autorenschmiede einrichtet. Wenn man das Verlagsprogramm kennt, ist einem klar, dass es dabei nicht darum geht, wie man Bücher schreibt, die dem Literarischen Quartett gefallen hätten, sondern um gute Unterhaltungs- und Genreliteratur. (Für Adepten der Hochliteratur gibt es ja schon seit langem das Deutsche Literaturinstitut Leipzig.) Dabei richtet sich das Angebot nicht nur an Romanschriftsteller, sondern auch an Drehbuchschreiber, Ghostwriter, Redakteure und Übersetzer – und Ziel des Projekts ist ganz klar nicht nur, Interessierten das zu vermitteln, was am Schreiben Handwerk ist und sich vermitteln lässt, sondern auch, Nachwuchsautoren für den Verlag zu finden.

"Science-Fiction in Deutschland"

Es gibt ein Video von der Ausstellungseröffnung:



(Das Zwiegespräch zwischen Dr. Hütter und mir beginnt etwa bei Minute 19.)

Die Frage aller Fragen ist natürlich: Lohnt der Besuch der Ausstellung? Meine Meinung: Unbedingt. Zwar ist es eine flächenmäßig relativ kleine Ausstellung – wer einfach nur hindurchmarschiert und flüchtige Blicke nach rechts und links wirft, ist in fünf Minuten locker durch –, aber die einzelnen Exponate sind, wenn man sich darauf einlässt, größtenteils faszinierend und phantasieanregend. Zumindest, wenn man Science-Fiction-Fan ist, kann man vor vielen Dingen schon in andächtige Versenkung geraten: uralte Heftromane, Hermann Oberths Doktorarbeit, eine handgezeichnete Risszeichnung der ORION, ein benzingetriebenes UFO-Modell, handschriftliche Dokumente aller Art. Ich jedenfalls hätte Stunden in den optisch an eine Raumstation erinnernden Räumen zubringen können und bedaure es ein wenig, dass ich im Trubel des Eröffnungsabends nicht so recht die Muße dazu hatte. Allein die multimedialen Angebote scheinen mir umfangreich genug zu sein, um einen stundenlang zu beschäftigen.

Auch die Aufteilung der Ausstellungsstücke, die sie in ihren historischen Kontext stellt, finde ich sehr gelungen und erhellend. Ich habe vieles gesehen, was ich vorher nicht kannte, insbesondere, was die SF-Produktion der DDR anbelangt: Nicht nur Filme und Bücher, auch "spaciges" Kinderspielzeug ist Teil der Ausstellung. Interessant auch die Gegenüberstellungen zwischen Ost und West, bei der man so manches "Aha"-Erlebnis hat. Aber natürlich kommen auch Themen wie UFOs, Weltraumfahrt, Mondflug, Umwelt- und Friedensbewegung zu ihrem Recht. Und die Schwerpunkte sind korrekt gesetzt: Die drei wohl wichtigsten Platzhirsche der Science Fiction aus Deutschland, Fritz Langs Film "Metropolis", "Raumpatrouille" und "Perry Rhodan", findet man jeweils angemessen dargestellt.

Ein bisschen skeptisch war ich, dass, wie ich im Vorfeld gehört hatte, das ja nun wirklich nicht sehr deutsche "Star Wars" Teil der Ausstellung sein sollte. Meine Befürchtung, dass man sich damit nur an die Popularität der Jedi-Ritter "anhängen" wollte, hat sich jedoch nicht bestätigt: Es geht tatsächlich darum, die Auswirkungen des amerikanischen Popkultur-Phänomens auf Deutschland zu verdeutlichen, und diese Auswirkungen sind vielfältiger, als ich gedacht hätte. Wo überall und in welchen Kontexten die ikonische Figur des Darth Vader auftaucht, ist wirklich verblüffend. In ganz ähnlicher Weise wird auch auf "Star Trek" referenziert.

Ach ja, und das Bügeleisen aus "Raumpatrouille" ist tatsächlich da! Allerdings ist es nicht "das" originale Bügeleisen, wie überhaupt bedauerlich wenige Gegenstände von den damaligen Dreharbeiten erhalten geblieben sind. Was wiederum die geringe Wertschätzung wiederspiegelt, die Science Fiction bis heute in Deutschland genießt. Es wäre schön, wenn diese Ausstellung dazu beitragen würde, das ein bisschen zu korrigieren.

Info: Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. März 2013.

Science Fiction im "Haus der Geschichte"

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Das "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" zeigt vom 23. November 2012 bis zum 10. März 2013 eine Sonderausstellung "Science Fiction in Deutschland". Gezeigt werden Exponate rund um klassische Werke wie Fritz Lang's Film "Metropolis" (1927), um Fernsehserien wie "Raumpatrouille" (u.a. das berühmte Bügeleisen aus dem Kampfstand des Raumschiffs ORION), um die Heftromanserie "Perry Rhodan" und vieles mehr.

Am Donnerstag, dem 22. November 2012, findet um 19:30 eine offizielle Ausstellungseröffnung statt, zu der ich als Podiums-Talk-Gast eingeladen bin. Es wird darum gehen, was Science-Fiction bedeutet und was sie zu Kultur und Gesellschaft beizutragen hat. Diese Veranstaltung ist allerdings geladenen Gästen vorbehalten.

Mein Kino-Tipp des Jahres: "Transfer"

Vor einigen Jahren meldete sich ein junger Regisseur namens Damir Lukacevic bei mir, der in "Eine Trillion Euro", der von mir herausgegebenen Anthologie europäischer SF-Autoren, die Kurzgeschichte "Tausend Euro, ein Leben" von Elía Barceló gelesen hatte. Er bat mich, ihm einen Kontakt zur Autorin herzustellen; er wolle diese Story verfilmen. Diesen Kontakt habe ich natürlich gerne hergestellt, und dann hörte ich erst einmal nichts mehr.

Letztes Jahr dann kam auf einmal wieder ein Mail: Der Film sei fertig, er heiße "Transfer", ob ich ihn sehen wolle? Wollte ich natürlich. Ein paar Tage später hielt ich eine DVD in Händen, die meine Frau und ich uns natürlich bei nächster Gelegenheit zu Gemüte führten. Und was soll ich sagen? "Transfer" ist locker einer der besten SF-Filme, die ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe. Nicht nur, dass der Film die ohnehin schon bewegende Geschichte Barcelós congenial umsetzt und weiterdenkt, es war auch einer jener seltenen Filme, die einem tagelang nachgehen, die einem immer wieder in den Sinn kommen, über die man lange nachdenken muss. Und nicht zuletzt zeigt der Film auch eine grandiose schauspielerische Leistung des männlichen Hauptdarstellers; so großartig, dass einem (mir jedenfalls) erst im Nachgang klar wird, wie großartig das gespielt war: Im Grunde trägt er den Film.

"Transfer" (hier ein Trailer) ist jetzt ein Jahr lang auf diversen Festivals gelaufen und hat zahlreiche Preise gewonnen; am 22. September 2011 läuft er nun auch bundesweit in den Kinos an. Genauer gesagt, in folgenden Städten und Kinos:

Ahaus: Cinema Ahaus
Berlin: Acud Kino, Brotfabrik
Bremerhaven: Passage
Dortmund: Sweet16
Dresden: Casablanca
Gelsenkirchen: Multiplex
Halle: Lightkinos
Hamburg: Passage Kino
Konstanz: Zebra
Lüdenscheid: Park-Theater
Neckarsulm: Scala
Nürnberg: Cinecitta
Osnabrück: Filmpassage
Ravensburg: Die Burg
Schweinfurt: Union
Stuttgart: Metropol
Überlingen: Cine-Greth

Ja, das sind nicht viele, und ich würde auch nicht drauf wetten, dass der Film lange läuft; dazu stehen schon zu viele Krach-Bumm-Peng-Blockbuster der großen Filmfirmen an. Wenn Sie in Reichweite wohnen und wenn Ihnen intelligente Science-Fiction-Filme wie, sagen wir, GATTACA oder damals die Filme von Rainer Erler gefallen haben, dann sollten Sie sich "Transfer" auf keinen Fall entgehen lassen!

Lübbe-Lesejury: "Herr aller Dinge" vorab lesen

Die "Lesejury", das Bücherforum des Lübbe-Verlags, bietet die Chance, das Manuskript des Romans "Herr aller Dinge" schon vor Erscheinen des Buches lesen zu können. Man muss dazu Mitglied der, wie man heute zu etwas sagt, "Community" sein – oder werden – und sich außerdem per Mail um eines der zur Verfügung stehenden Bücher bewerben (so richtig mit Begründung, warum dieses Buch und so weiter), und außerdem muss man ein wenig Glück haben, denn die Zahl derer, die das gesamte Manuskript lesen dürfen, ist auf 30 begrenzt. Für alle anderen wird es eine Leseprobe geben.

Nähere Informationen findet man hier sowie (dafür muss man aber schon eingeloggt sein) hier. Bewerben muss man sich bis zum 17. Juli, die Aktion selber startet am 1.8.2011.

Unter Philosophen

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Mit der Zeitschrift für Philosophie "der blaue Reiter" verbindet mich vor allem, dass deren erstes Heft zum Thema "Geld" mir vor langer Zeit – damals nämlich, als ich gerade dabei war, meinen Roman "Eine Billion Dollar" zu entwickeln – eine Menge Stoff zum Nachdenken gab und mich auch zu der einen oder anderen entscheidenden Einsicht führte. Weswegen besagtes Heft in besagtem Roman in der Literaturliste auftauchte, was wiederum die (damals noch, ebenso wie ich, in Stuttgart ansässige) Redaktion des "blauen Reiters" freute, denn Philosophie ist ja nun nicht gerade das profitabelste Metier; da freut man sich über jede Werbung.

Über zehn Jahre später gibt es den "blauen Reiter" immer noch, wenn er auch inzwischen (denn, wie schon Heraklit erkannte, ist alles stets im Wandel) aus Aachen angeritten kommt, und es gibt wieder ein Heft zum Thema "Geld" im weitesten Sinne, genauer gesagt, ein Heft über "Philosophie und Wirtschaft" mit dem Untertitel: "Krise und Zukunft des Kapitalismus". Hierfür bat mich der Chefredakteur um einen Beitrag, was sich insofern mal wieder gut traf, dass mir in dem Moment, in dem seine Anfrage bei mir eintraf, ohnehin ein paar Ideen und Gedanken zu diesem Thema durch den Kopf gingen, von denen ich nicht recht wusste, was ich daraus machen sollte: Sie nur im Tagebuch zu lassen schien mir zu schade, in einen Roman passten sie nicht … es war, ja, eher was Philosophisches. Im weitesten Sinne. Denn in der Kunst akademischer Textgestaltung (nach dem Motto "Imponieren geht vor Informieren" oder: "Warum es einfach und klar sagen, wenn man es auch kompliziert und unverständlich ausdrücken kann?") bin ich nicht wirklich bewandert; an der Tür zum Elfenbeinturm ließe man mich wohl gar nicht erst ein. Da kam dieses Angebot von einer Zeitschrift, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Philosophie elfenbeinfrei und auf Augenhöhe mit dem Leser darzustellen (das Wort "allgemeinverständlich" passt hier nicht, denn natürlich geht es auch in der Philosophie nie ohne eigenes Denken ab, und das schränkt die Zielgruppe durchaus empfindlich ein), gerade recht.

Was erwartet den geneigten und interessierten Leser? Der Titel meines Beitrags lautet "Die Fußballtheorie des Geldes", und ich erkläre darin anschaulich, relativ mathematisch und, so will mir scheinen, unmissverständlich unter anderem, warum die Vorstellung, die Staatsschulden könnten jemals abgebaut werden, völlig utopisch ist (ganz egal, wer Finanzminister ist und was dieser tut oder lässt), warum auch die Idee, dass uns Wirtschaftswachstum retten könne, Unfug ist (tatsächlich wird dadurch alles immer noch schlimmer), und komme zu dem Schluss, dass das, was gegenwärtig als "Krise des Kapitalismus" betrachtet wird, in Wirklichkeit die Auswirkung eines Konstruktionsfehlers im Finanzsystem ist (sprich: die Krise gäbe es auch ohne Kapitalismus).

Was es sonst noch für Beiträge gibt, kann man dem Inhaltsverzeichnis entnehmen. Erwerben kann man die Zeitschrift in jeder guten Buchhandlung; man kann sie dort auch bestellen lassen, übrigens auch dann, wenn die Buchhandlung ansonsten keine Zeitschriften führt. Und natürlich kann man sie auch direkt beim Verlag bestellen.

Hier die Angaben:
der blaue reiter, Ausgabe 30
ISBN: 978-3-933722-32-4
Preis: 15,90 € (D), 16,40 € (A), 29,50 sfr

"Eine Billion Dollar" als Schauspiel in Wuppertal

Gerade entdeckt: Am Donnerstag, dem 18.11.2010 um 19:30 Uhr wird in Wuppertal das Bühnenstück "Eine Billion Dollar" aufgeführt, eine Inszenierung von Christian von Treskow nach meinem Roman. Ja, ich weiß – das ist schon morgen. Ein bisschen rechtzeitig wäre der Tipp hilfreicher gewesen. Aber vielleicht klappt es bei irgendjemanden trotzdem noch. Würde mich freuen.

Schreibcamp erfolgreich

Vor einiger Zeit habe ich auf das von Frank Borsch und Michael Markus Thurner veranstaltete Schreibcamp hingewiesen: Inzwischen hat es stattgefunden, und offenbar, wie mir Frank schrieb, mit großem Erfolg. Zitat aus seiner Mail: "Eine Woche in perfekter Harmonie zwischen allen Beteiligten, traumhafte Oktobersonne, intensive Arbeit, intensive Begegnungen … und Texte und Teilnehmer, die Fortschritte gemacht haben, die ich nicht für möglich gehalten hätte!"

Wer bei der Lektüre des ausführlichen Berichts in Franks Blog "auch will!!" denkt, wird sich über die Information freuen, dass Michael und Frank nächstes Jahr gleich zwei weitere Camps anbieten: vom 9. bis 17. April und 22. bis 30. Oktober 2011. Alle weiteren Informationen finden sich unter www.schreibcamp.de.

Hörspiel "Quantenmüll" wird wiederholt

Das Schweizer Radio wiederholt das Hörspiel “Quantenmüll”. Ausstrahlungstermin ist voraussichtlich Freitag, der 5. November 2010 im Hörspieltermin auf DRS1 um 20 Uhr.

Bei dem Hörspiel handelt es sich übrigens nicht um eine Bearbeitung der gleichnamigen Kurzgeschichte, sondern um ein von mir verfasstes Original-Manuskript. Die Kurzgeschichte ist nach der Vorlage des Hörspiels entstanden, nicht umgekehrt.

Schreibcamp

Was lese ich heute, als ich gerade so feiertäglich-faul durchs Internt schlendere? Zwei geschätzte Kollegen, nämlich Frank Borsch und Michael Marcus Thurner, beide u.a. Autoren der Perry Rhodan-Serie, haben ein Projekt ausgetüftelt, dem viel Erfolg zu wünschen ist. Die Grundidee: Eine Horde Phantastik-Autoren fällt über ein einsam und abseits gelegenes Hotel her, um eine Woche lang – rundum versorgt – nur zu schreiben, übers Schreiben zu diskutieren und wieder zu schreiben. Das klingt so gut, dass ich fast selber in Versuchung komme...

Aber ich werde es mir verkneifen, jemandem einen Platz wegzunehmen. Gedacht ist das ja als Angebot für die nächste Generation der Autoren, für die, die das Gefühl haben, sie sollten endlich mal Ernst machen, für die, die tiefgehendes Feedback suchen und die Auseinandersetzung mit erfahrenen Profis - denen sei gesagt: Zugreifen!

Profis sind beide, ausgewiesen nicht nur durch ihre Mitarbeit an der Perry Rhodan-Serie (was, egal wie man zu solchen "Heftles-Romanen" steht, organisatorisch schlicht nicht funktioniert ohne ein hohes Level an Professionalismus), sondern auch durch eigenständige Veröffentlichungen: Frank Borsch hat die hervorragende Trilogie "Alien Earth" herausgebracht, und Marcus Michael Thurner hat mit "Turils Reise" einen SF-Roman vorgelegt, bei dem ich, als ich gelesen habe, worum es darin geht - um einen interstellaren Bestattungsunternehmer auf seiner Reise durch die Galaxis! -, laut aufgelacht und den Titel sofort auf meine "bei nächster Gelegenheit zu bestellen"-Liste gesetzt habe. (Ehe jemand fragt: Nein, ich hab das Buch noch nicht gelesen. Aber da Marcus' Perry Rhodan-Romane zu denen gehören, die ich immer mit Vergnügen lese, bin ich mir sicher, dass ich mich köstlich amüsieren werde. Es ist einfach so, dass ich Romane fast immer mit gehöriger Verzögerung lese; wenn ein Buch von Null in die Bestsellerliste steigt, bin ich fast nie daran beteiligt, und Verlage ohne ausgedehnte Backlist verdienen wenig an mir.)

Ach ja, den Link noch, auf den es ankommt: http://www.schreibcamp.de.