Ortsveränderungen

Messetermine

Ich werde am Samstag (14. Oktober) auf der Frankfurter Buchmesse sein – mit einem vollen Programm, dessen Einzelheiten jetzt endlich auch in meinem Kalender stehen.

"Eine Tagung zu Lebzeiten!"

»Eine Tagung zu Lebzeiten – Respekt, Herr Kollege!« Mit diesen Worten begann Burkhard Spinnen, langjähriger Vorsitzender der Jury des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Preises, seinen Vortrag, der die »weltweit erste Eschbach-Tagung« am 24. und 25.9.2017 in Wolfenbüttel eröffnete, wie der Leiter des Programmbereichs Literatur der Bundesakademie, Olaf Kutzmutz, im Lauf der zwei Tage mehrmals und mit sichtlichem Vergnügen an dieser Formulierung betonte.

eschbachtagung

Nach Spinnens Vortrag über die Verlockungen und Fallstricke des Sujets »Zeitreisen«, auch anhand des Romans »Das Jesus-Video«, erzählte der Hörspielregisseur Leonhard Koppelmann, wie er an das Problem herangegangen war, 2003 den fast 800-seitigen Wälzer »Eine Billion Dollar« für den WDR in ein nur 4-stündiges Hörspiel zu verwandeln, ohne Wesentliches zu opfern. Man merkte ihm sowohl seine reichhaltige Erfahrung als auch seine Begeisterung für das Medium Hörspiel an.

Anschließend analysierte Kathrin Lange, selbst Autorin phantastischer und historischer Romane sowie von Thrillern, Romancoach und Dozentin an der Bundesakademie, die Enden einiger meiner Romane, fragte nach den geweckten Erwartungen und inwieweit die Romane sie erfüllten.

Nach dem Abendessen war ich selber an der Reihe. Ich las ein Stück aus dem "Todesengel" und stellte mich anschließend den mehr oder weniger hochnotpeinlichen Fragen von Olaf Kutzmutz zu Werdegang, Hintergedanken und Arbeitsweisen. Peinlichster Moment: Als er mich aufforderte, den Anfang des »Jesus-Video« auf Schwäbisch zu lesen. Völlig unvorbereitet scheiterte ich daran und musste bekennen, dass meine Eltern beides Flüchtlinge waren und ich somit nur Schwabe erster Generation bin. Es folgte eine Signier»stunde«, die zwanglos in lockeres Geplauder überging, das manche Tagungsteilnehmer dank ebenso üppiger wie gut gekühlter Biervorräte bis 2 Uhr nachts und länger fortsetzten.

Am zweiten Tag referierte Wulf Dorn, Bestsellerautor und erklärter Liebhaber gruseligen Psychohorrors, über den Roman »Ausgebrannt« und erzählte unter anderem, wie seine Frau und ihn die Lektüre dieses Romans davor bewahrt hat, auf der Suche nach einem neuen Domizil eine zu große und zu aufwendig zu heizende Villa zu kaufen.

Anschließend erklärte Klaus N. Frick, Chefredakteur der Perry Rhodan-Serie und damit oberster Rhodanisator des Universums, wie diese Serie funktioniert, wie Autoren seit nunmehr 56 Jahren zusammenarbeiten, damit pünktlich jede Woche ein neuer Roman erscheinen kann, was die Welt von Perry Rhodan umfasst (in einfachen Worten: das gesamte Universum) – ja, und welche Spuren ich mit meinen 6 bisher dazu beigesteuerten Romanen darin hinterlassen habe, seit vor ziemlich genau zwanzig Jahren*, nämlich am 22.9.1997, oder vor fast 1000 Bänden, mein erster »Gastroman« mit der Nummer 1935 veröffentlicht wurde.

Den Abschluss machte Regula Venske, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und derzeit amtierende Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland. Wenige Stunden zuvor eigens von dem in der Ukraine stattfindenden internationalen Treffen der PEN-Clubs angereist, schilderte sie, wie die Lektüre des Romans »Ein König für Deutschland" sie abends im Bett zum Lachen und tagsüber, angesichts der herannahenden Wahlen, bei diversen politischen Veranstaltungen immer wieder zum Nachdenken gebracht hat.

Und dann war sie schon vorbei, die »weltweit erste Eschbach-Tagung«. Zu Lebzeiten, man denke! Was ja, wenn man es bedenkt, sowohl Vor- wie Nachteile hat: Einerseits kann der Autor dabei sein, und man kann ihm Fragen stellen – andererseits kann es auch vorkommen, dass er den Referenten einfach widerspricht. Was davon der Vorteil und was der Nachteil ist, darf jeder selbst entscheiden …

*Nachtrag: Einigen Lesern ist aufgefallen, dass Klaus N. Frick sich hier geirrt hat – nicht 20, sondern erst 19 Jahre sind seit dem Erscheinen des ersten Gastromans vergangen, der zwar tatsächlich am 22. September in die Kioske kam, aber erst im Jahre 1998.

Nochmal zu Leipzig

Noch einmal der Hinweis: Ich werde am Sonntag auf der Buchmesse Leipzig sein, beginnend damit, dass ich um um 10 Uhr auf der "Leseinsel Fantasy" lesen werde. Das ist in Halle 2 der Stand H410, und lesen werde ich aus "Aquamarin" … und eine klitzekleine Kostprobe aus dem Nachfolgeband wird es auch geben.

10 Uhr! Das ist quasi unmittelbar nach Öffnung der Messe. Geschwindigkeit ist von Vorteil. Und dran denken: Am Sonntag werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt, das heißt, eine Stunde vorstellen (und eine Stunde früher aufstehen). Wer's vergisst, kommt erst um 11 Uhr an, und da liest dann schon jemand anders.

Ich werde allerdings den Tag weitgehend auf der Messe verbringen; die Möglichkeit, mir irgendwoanders über den Weg zu laufen, besteht also.

Leipzig, ich komme!

Ob ich denn nicht mal nach Leipzig auf die Buchmesse kommen wolle, werde ich immer wieder gefragt. Als ob das damit zu tun hätte, was ich will! Frankfurt ist nun mal "die" Buchmesse, und wenn meine Bücher im Herbst erscheinen, ist Frankfurt Pflicht. Und da ich weitab des Geschehens lebe, muss ich mit Reisen haushalten; schließlich wollen die neuen Bücher auch irgendwann geschrieben werden, und das möglichst nicht zwischen Tür und Angel.

Aber dieses Jahr habe ich mich vom Arena-Verlag überreden lassen, nach Leipzig zu kommen, wenn es auch nur ein Tag wird, nämlich der Sonntag. Den beginne ich dafür früh, nämlich gleich um 10 Uhr mit einer Lesung auf der "Fantasyinsel".

Erinnerung an die Frankfurter Buchmesse

Am Buchmessefreitag war ich in Frankfurt, um mitzuhelfen, die Werbetrommel für "Aquamarin" zu rühren. Eine Aktion war eine Lesung mit Gespräch im Lesezelt, begleitet von einem Kamerateam, weswegen es jetzt dieses nette Video als Andenken gibt:

Aufbruchsstimmung

aqua1
Zwei spannende Projekte und eine überaus hartnäckige Bronchitis haben mich in diesem Frühjahr bis jetzt, nun ja, "in Atem gehalten", und über zumindest eines der Projekte kann ich inzwischen auch schon ein bisschen was erzählen: Es erscheint – was aufmerksame Beobachter meines Veröffentlichungsrhythmus wenig erstaunen wird – in Bälde wieder einmal ein Jugendroman von mir, wieder bei Arena, wo er auch einer der Spitzentitel im diesjährigen Herbstprogramm ist: "Aquamarin".

Dazu wurde schon angemerkt, mein Wohnsitz hier an den Ufern des Atlantiks schiene sich doch allmählich auf meine Sujets auszuwirken, denn nachdem meine bisherigen Romane schwerpunktmäßig eher in Wüstengegenden spielten ("Jesus Video", "Marsprojekt", "Ausgebrannt" usw.), tauchten in "Herr aller Dinge" immerhin schon mal Inseln auf, und "Aquamarin" spielt, o Wunder, in einer Stadt an den Ufern des … nein, des Pazifiks, und sogar unter Wasser …!

Über das zweite Projekt werde ich mehr verraten, sobald ich darf. Was die Bronchitis anbelangt, kann ich vermelden, dass sie überwunden ist.

Aber nun geht es erst mal nach Saint-Malo, mitten hinein ins Gewühle des großen Literaturfestivals "Étonnants Voyageurs"

Science-Fiction in Hamburg

Eigentlich war ich davon ausgegangen, erst in Oktober das nächste Mal nach Deutschland zu reisen, zur Frankfurter Buchmesse nämlich, und eigentlich mache ich auch keine Einzeltermine. Aber dann meldete sich eine nette Frau vom Lübbe-Verlag und richtete mir mit "äußerst dringender" Empfehlung eine Einladung des Heyne-Verlags aus, ob ich nicht kurzfristig einspringen könne für einen Gesprächsabend zum Thema Science-Fiction im Rahmen des Hamburger Literaturfestivals "Harbourfront". (Daran kann man mal sehen, wie kollegial die Science-Fiction-Leute in den Verlagen miteinander umgehen!)

harbourfront-hamburg.com
Jedenfalls, die Bitte kam so charmant, dass ich nicht anders konnte als zuzusagen, und so werde ich nun am Samstag, dem 13. September 2014, um 20 Uhr in Hamburg in der St. Pauli-Kirche sein und zusammen mit Dietmar Dath und Sascha Mamczak über Science-Fiction reden. Ursprünglich eingeladen war übrigens Stephen Baxter, der aber verhindert ist.

Die Lesereise im Herbst steht!

Heute kam die Mail aus dem Verlag: Die beiden Lesereisen im Oktober und November stehen nun fest. Wen das interessiert, kann im Kalender nachschauen, ob eine Veranstaltung in seiner oder ihrer Nähe sein wird. (Aber mich bitte nicht nach Details, Uhrzeiten usw. fragen: Alles, was ich derzeit weiß, steht im Kalender, und sobald ich mehr erfahre, wird es dort nachgetragen!)

Zurück vom "Pageturner"-Seminar

seminar2014
Inzwischen bin ich zurück von meinem diesjährigen Schreibseminar an der Bastei-Lübbe Academy. Es waren wieder drei intensive Tage, an denen sich alles um das Thema "Spannung im Roman" drehte. Das Seminar war ausgebucht; tatsächlich gab es mehr als doppelt so viele Anmeldungen, wie Plätze zur Verfügung standen, und selbst nach Aussiebung der Bewerber, die sich in ihren Texten nicht ganz so fortgeschritten präsentierten, wie für dieses Seminar nötig ist, blieben noch einige übrig, denen aus Platzgründen abgesagt werden musste. Im Interesse der Spannungsmaximierung in der deutschen Unterhaltungsliteratur habe ich deswegen gleich einen weiteren Seminartermin für nächstes Jahr vereinbart, und zwar vom 20. bis 22. April 2015.

Wieso ich das denn eigentlich machen würde, wurde ich wieder mal gefragt: Mir "die eigene Konkurrenz heranzuzüchten"? Diese Frage scheint unvermeidlich zu sein, deswegen hier eine kurze Antwort: Erstens besteht die eigentliche Konkurrenz eines Autors eher aus anderen Medien als aus anderen Autoren; das Lesen von Romanen ist das Freizeitvergnügen einer Minderheit, nur unwesentlich populärer als, sagen wir, Polospielen (allerdings wesentlich kostengünstiger). Zweitens belebt Konkurrenz bekanntlich das Geschäft – das ist der höchst eigennützige Hauptgrund, aus dem ich das mache, denn je mehr es sich herumspricht, dass auch Romane von deutschen Autoren "Pageturner" sein können, desto mehr profitiere ich selber davon. Und drittens ist das Erlernen von Techniken, Methoden und Kniffen sowieso nur der erste Schritt auf dem Weg zum Können – und kein Ersatz für Talent! Oder anders gesagt: Usain Bolt höchstpersönlich könnte mir beibringen, wie man sich richtig in den Startblock stellt, und ich hätte trotzdem keine Chancen auf olympisches Gold. Weil man dazu etwas mitbringen muss, das man nicht lernen kann. Techniken, Methoden, schriftstellerisches Handwerkszeug sind nur die Voraussetzungen, um sein Talent zu entfalten, und ob man das, was gelernt werden kann, auf eigene Faust lernt oder in einem Seminar, ist nicht relevant, Hauptsache, man lernt es. Die Kunst und die eigene Karriere beginnen erst danach.

Obiges Foto hat übrigens Jan Wielpütz gemacht, einer der beiden Leiter der Academy, und zu meiner Frisur darauf sei nur so viel gesagt, dass es keineswegs an den Beiträgen der Teilnehmer lag, dass mir die Haare zu Berge standen (sondern vermutlich an einer shampoo malfunction). Im Gegenteil, ich hatte es mit einer ausnehmend angenehmen und professionellen Gruppe zu tun, die in ihren Interessen bunt gefächert war – ChickLit neben Military SF, Abenteuerroman neben Gentechnikthriller und vieles mehr. Etliche der Teilnehmer hatten schon das eine oder andere veröffentlicht, sodass ich mit einem ganzen Stapel neuer Bücher aus dem Seminar kam: eine Herausforderung für mein Reisegepäck, mit der ich nicht gerechnet hatte. Es gibt auch ein Foto der ganzen Gruppe, aber leider habe ich nicht daran gedacht, die Erlaubnis einzuholen, es hier zu zeigen, und weil mir das im Nachhinein zu aufwendig ist, sei hierfür einfach auf die Facebook-Seite der Academy verwiesen, wo es demnächst auftauchen sollte.

"Papyrus" auf der Buchmesse

Ich mache ja kein Geheimnis daraus, dass ich meine Romane seit einigen Jahren mithilfe des Programms Papyrus schreibe, der Software, die meiner Ansicht nach für Romanautoren, aber auch für alle anderen Textproduzenten am besten geeignet ist. Es ist eine wohlfundierte Ansicht, denn infolge einer kostspieligen diesbezüglichen Sammelleidenschaft kenne ich praktisch alle konkurrierenden Schreibprogramme, und der Grund, warum ich das alles so gern an die große Glocke hänge, ist schlichter Eigennutz: Ich hätte es nämlich gerne, dass die kleine Berliner Softwareschmiede, die Papyrus produziert, noch möglichst lange gedeiht und davon leben kann, damit ich möglichst nie wieder zu einem anderen Programm absteigen muss.

Falls Sie schon immer mal wissen wollten, wie dieses ominöse "Papyrus" eigentlich aussieht, und falls Sie die diesjährige Frankfurter Buchmesse besuchen, dann können Sie beides miteinander verbinden, denn die Jungs von R.O.M. Logicware haben dieses Jahr einen eigenen Stand dort, und zwar in Halle 3.1 Mitte, Standnummer G76. Was es dort genau zu sehen geben wird, weiß ich auch nicht, nur, dass etliche mit Papyrus entstandene Bücher an der Wand stehen werden, darunter auch meine (seit dem »König für Deutschland« sind alle meine Romane mit Papyrus entstanden). Gut möglich, dass man auch mich dort ab und zu antreffen wird, je nachdem, wie es mein Terminplan erlaubt.

Wo ich mich an den Messetagen ansonsten herumtreibe, kann, wer will, auf meinem Kalender ersehen. Allerdings ohne Antreff-Garantie; ich habe einen relativ vollen Terminkalender, was Interviews und dergleichen anbelangt.

Épinal: doch noch ein kleiner Bericht

Es ist schon eine Weile her, aber da ist noch dieses schöne Foto, das Nina Blazon von mir gemacht hat, gerade in dem Moment, als die Monster kamen …

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Okay, beginnen wir ganz am Anfang: In Épinal findet alljährlich im Mai ein großes Festival der phantastischen Künste statt, die Imaginales. Dieses Jahr wurde das Konzept eingeführt, dass von nun an immer ein Gastland im Mittelpunkt stehen soll, so ähnlich, wie das die Frankfurter Buchmesse macht, und das erste Gastland war – aus relativ naheliegenden Gründen, wenn man sich mal anschaut, wo auf der Karte Épinal liegt – Deutschland. Das sah so aus, dass mehrere deutsche Autoren eingeladen waren, nämlich (in alphabetischer Reihenfolge) Nina Blazon, Christoph Lode, Kai Meyer – und da, so meinte die Organisatorin des Ganzen, Stéphanie Nicot, dürfe ich auf keinen Fall fehlen, da ich nun schon mal in Frankreich lebe, auch wenn ich von allen den längsten Anreiseweg hatte.

Diesem Argument konnte ich mich nicht verschließen, also ging es am 23.5. ab in die schöne Stadt in den Vogesen. Da mein erster Termin gleich am Abend des ersten Tages war, hieß es um 4 Uhr 30 aufstehen, und so hatte ich schon einen recht langen Tag hinter mir, als ich ankam. Glücklicherweise standen hilfreiche Menschen bereit, um anreisende Festivalgäste am Bahnhof abzufangen und in Autos zu verfrachten, die sie zu ihren Hotels brachten. Ich landete mit einem ebenfalls ermattet wirkenden, schweigsamen Menschen in einen Wagen, bei dem es sich, wie ich nachher herausfand, um niemand anderen als den britischen SF-Autor Alastair Reynolds handelte, dessen Platz im Bücherzelt später nur zwei Stühle von meinem entfernt war. Später, wie gesagt. Erst einmal galt es, herauszufinden, wo der Ort war, an dem ich in knapp dreißig Minuten sein sollte und wie ich mich in der kurzen Zeit dafür frisch machen konnte.

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Das große Problem des Festivals 2013 war der, sagen wir mal, Klimawandel. Man hatte mich schon einmal nach Épinal eingeladen, vier Jahre zuvor, und ich erinnerte mich an warme, sonnige Tage, einen lichtdurchfluteten Stadtgarten (in dem das Festival stattfindet, in Zelten und „Magic Mirrors“, einer Art entzückenden Mischung aus Zirkuszelt und Varietebühne). Ich erinnerte mich, dass ich damals ein Hotelzimmer unterm Dach hatte, in das den Tag über die Sonne derart hineinbrazzelte, dass ich abends Mühe hatte, es auf eiweißverträgliche Temperaturen herabzukühlen, und ich erinnerte mich lebhaft, wie ich am letzten Tag, dem Sonntag, von der Brücke aus zugesehen hatte, wie sich die Jugend der Stadt lustige Rennen mit Wildwasserkanus im Fluss lieferte.

Nichts dergleichen fand ich diesmal vor. Zwar hatte ich auch wieder ein Hotelzimmer unterm Dach, wenn auch in einem anderen (und schöneren) Hotel, doch es war die ganze Zeit, um es unumwunden zu sagen, arschkalt. Meistens regnete es auch. Die Hälfte meines wetteroptimistisch gepackten Koffers war nicht zu gebrauchen, und vom Rest musste ich alles auf einmal anziehen, um die Tage zu überstehen. (Den anderen ging es übrigens ähnlich.) „Nett“ war es dann, morgens in der Zeitung zu lesen, dass sich die Vogesen und Süddeutschland die zweifelhafte Ehre teilten, die momentan kälteste Region Europas zu sein; selbst aus Schweden wurden Temperaturen über 20° vermeldet.

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Trotzdem waren die vier Tage in Épinal eine tolle Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Es war toll, mal relativ ausführlich Gelegenheit zu haben, mit den Kollegen zu plaudern, mit denen aus Deutschland wie mit denen von anderswoher. Es war toll, dass die Festivalbesucher trotz des Wetters in Scharen kamen, und toll war auch, was die Veranstalter an Schabernack organisiert hatten, um das zu tun, was ja Aufgabe der phantastischen Künste ist: die Menschen zum Staunen zu bringen. Immer wieder wanderten höchst merkwürdige Gestalten durch die Gänge – Feen, Vampire, Zeitreisende und zum Beispiel jene, die man auf dem Foto sieht, die schon ziemlich gruselig daherkamen. Und während wir Autoren in unseren dicksten Kitteln dasaßen, ließen sich die Bodypainter und insbesondere deren „Untergründe“ nicht davon abhalten, Menschen in skurrile, vorwiegend mit Farbe bekleidete Phantasiewesen zu verwandeln, zum allgemeinen Amüsement. Ja, und natürlich gab es Ausstellungen und Podiumsdiskussionen und Buchvorstellungen und so weiter, genug, dass ich kaum dazu kam, einen Rundgang zu machen, um jeden Stand zumindest einmal flüchtig gesehen zu haben. Romane stehen im Mittelpunkt des Festiavsl, ein zweiter Schwerpunkt sind Comics – aber daneben gibt es auch alles mögliche andere, Malerei, Skulpturen, Mode, Schmuck und und und. Dies sei erwähnt für den Fall, dass sich jemand jetzt fragt, ob die Imaginales eine Reise wert sind: Meiner Meinung nach ja!

Kurzfristig anberaumt: Signierstunde in Köln!

Normalerweise gibt es so kurzfristig anberaumte Termine bei mir eher nicht, aber diesmal hat es sich so ergeben: Da ich aus anderen Gründen am Dienstag, dem 7. Mai 2013, ohnehin in Köln weile, werde ich nachmittags von 16 Uhr bis 17 Uhr für Signierwünsche zur Verfügung stehen, und zwar bei Presse Fischer im Erdgeschoss von Karstadt, Breite Straße 103-105, 50667 Köln. Das ist eine Zeitschriftenhandlung, deren Eingang sich in der Zeppelinstraße befindet, wie man mir gesagt hat. Wie immer signiere ich auch mitgebrachte Bücher, PR-Hefte und dergleichen, bestehe allerdings darauf, dass es von mir geschriebene Werke sind.

"Science-Fiction in Deutschland"

Es gibt ein Video von der Ausstellungseröffnung:



(Das Zwiegespräch zwischen Dr. Hütter und mir beginnt etwa bei Minute 19.)

Die Frage aller Fragen ist natürlich: Lohnt der Besuch der Ausstellung? Meine Meinung: Unbedingt. Zwar ist es eine flächenmäßig relativ kleine Ausstellung – wer einfach nur hindurchmarschiert und flüchtige Blicke nach rechts und links wirft, ist in fünf Minuten locker durch –, aber die einzelnen Exponate sind, wenn man sich darauf einlässt, größtenteils faszinierend und phantasieanregend. Zumindest, wenn man Science-Fiction-Fan ist, kann man vor vielen Dingen schon in andächtige Versenkung geraten: uralte Heftromane, Hermann Oberths Doktorarbeit, eine handgezeichnete Risszeichnung der ORION, ein benzingetriebenes UFO-Modell, handschriftliche Dokumente aller Art. Ich jedenfalls hätte Stunden in den optisch an eine Raumstation erinnernden Räumen zubringen können und bedaure es ein wenig, dass ich im Trubel des Eröffnungsabends nicht so recht die Muße dazu hatte. Allein die multimedialen Angebote scheinen mir umfangreich genug zu sein, um einen stundenlang zu beschäftigen.

Auch die Aufteilung der Ausstellungsstücke, die sie in ihren historischen Kontext stellt, finde ich sehr gelungen und erhellend. Ich habe vieles gesehen, was ich vorher nicht kannte, insbesondere, was die SF-Produktion der DDR anbelangt: Nicht nur Filme und Bücher, auch "spaciges" Kinderspielzeug ist Teil der Ausstellung. Interessant auch die Gegenüberstellungen zwischen Ost und West, bei der man so manches "Aha"-Erlebnis hat. Aber natürlich kommen auch Themen wie UFOs, Weltraumfahrt, Mondflug, Umwelt- und Friedensbewegung zu ihrem Recht. Und die Schwerpunkte sind korrekt gesetzt: Die drei wohl wichtigsten Platzhirsche der Science Fiction aus Deutschland, Fritz Langs Film "Metropolis", "Raumpatrouille" und "Perry Rhodan", findet man jeweils angemessen dargestellt.

Ein bisschen skeptisch war ich, dass, wie ich im Vorfeld gehört hatte, das ja nun wirklich nicht sehr deutsche "Star Wars" Teil der Ausstellung sein sollte. Meine Befürchtung, dass man sich damit nur an die Popularität der Jedi-Ritter "anhängen" wollte, hat sich jedoch nicht bestätigt: Es geht tatsächlich darum, die Auswirkungen des amerikanischen Popkultur-Phänomens auf Deutschland zu verdeutlichen, und diese Auswirkungen sind vielfältiger, als ich gedacht hätte. Wo überall und in welchen Kontexten die ikonische Figur des Darth Vader auftaucht, ist wirklich verblüffend. In ganz ähnlicher Weise wird auch auf "Star Trek" referenziert.

Ach ja, und das Bügeleisen aus "Raumpatrouille" ist tatsächlich da! Allerdings ist es nicht "das" originale Bügeleisen, wie überhaupt bedauerlich wenige Gegenstände von den damaligen Dreharbeiten erhalten geblieben sind. Was wiederum die geringe Wertschätzung wiederspiegelt, die Science Fiction bis heute in Deutschland genießt. Es wäre schön, wenn diese Ausstellung dazu beitragen würde, das ein bisschen zu korrigieren.

Info: Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. März 2013.

Science Fiction im "Haus der Geschichte"

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Das "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" zeigt vom 23. November 2012 bis zum 10. März 2013 eine Sonderausstellung "Science Fiction in Deutschland". Gezeigt werden Exponate rund um klassische Werke wie Fritz Lang's Film "Metropolis" (1927), um Fernsehserien wie "Raumpatrouille" (u.a. das berühmte Bügeleisen aus dem Kampfstand des Raumschiffs ORION), um die Heftromanserie "Perry Rhodan" und vieles mehr.

Am Donnerstag, dem 22. November 2012, findet um 19:30 eine offizielle Ausstellungseröffnung statt, zu der ich als Podiums-Talk-Gast eingeladen bin. Es wird darum gehen, was Science-Fiction bedeutet und was sie zu Kultur und Gesellschaft beizutragen hat. Diese Veranstaltung ist allerdings geladenen Gästen vorbehalten.

Zurück aus Bhutan

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Zurück von einer Reise durch eine andere Welt: Von Ende Oktober bis Anfang November waren wir zwei Wochen lang in Bhutan unterwegs, dem Land des Donnerdrachens und des Bruttonationalglücks, dem Land, das so groß ist wie die Schweiz (und stellenweise auch so aussieht), aber von weniger Menschen bewohnt wird als Stuttgart, und in dem es nur eine einzige asphaltierte Straße von West nach Ost gibt, die zudem nur einspurig ist und größtenteils überaus kurvig entlang steiler Berghänge verläuft: Wie man damit Verkehr (auch mit Lastwagen und Bussen) in beide Richtungen bewältigt, ist nur eines der rätselhaften Wunder dieses Landes, dessen Einwohner über 12 Kilogramm (!) scharfe Chilis pro Jahr und Kopf vertilgen und beeindruckend freundlich, offen, intelligent und "gut drauf" sind.

Ich warne allerdings davor, aus dieser Information nun voreilige Schlüsse zu ziehen, worum es in meinem nächsten oder übernächsten Roman gehen wird. Erfahrungsgemäß dauert es immer mehrere Jahre, ehe solche Eindrücke und Erlebnisse zu Romanideen fermentiert sind, und für gewöhnlich überraschen mich diese Ideen erst mal selber. Und bis daraus dann wirklich ein Roman geworden ist … das kann dauern!

Lesereise steht nun fest

Heute frisch reingekommen: Die Termine der Lesereise im November 2011. Besonders freut mich, dass ich nach München komme. Meine letzte Lesung dort hat im vorigen Jahrtausend stattgefunden.

So war die Lesereise

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Erstaunlich: Allen Streiks in deutschen wie französischen Verkehrsbetrieben zum Trotz verlief diese Lesereise so reibungslos wie selten eine. Was die Anreise anbelangte, um die ich mir so Sorgen gemacht hatte, verlagerten sich die Streiks rechtzeitig in den Süden – nach Spanien z.B. wäre kein Durchkommen gewesen, aber dafür lief auf der Strecke nach Köln alles wieder normal. Und die Warnstreiks in Deutschland – ja, die führten am ersten Dienstag zu herzhaften Verspätungen: Als ich von Nordenham kommend in Bremen eintraf, lachte mir auf der Anzeigetafel meines Anschlusszuges "60 Minuten Verspätung" entgegen. jede Menge anderer Züge hatten 90 oder sogar 120 Minuten Verspätung – darunter ein Zug, der zwei Stunden vorher dieselbe Strecke gefahren wäre, auf der ich weiter wollte: So nahm ich eben den und gelangte ohne Probleme nach Lüneburg. Auch danach gab es hier und da Verspätungen, aber mich betrafen sie irgendwie nie.

Die Lesungen waren alle gut besucht, die Stimmung überall bestens, die Mikrofone funktionierten alle, Husten und Heiserkeit – sonst gefürchtete Reisebegleiter – verschonten mich, und die Hotels waren alle prima: Was will man mehr?

(Foto: Olaf Schilgen)

Dunkle Wolken am Reisehimmel

In Frankreich wird gerade protestiert. Worum es geht, habe ich immer noch nicht wirklich verstanden, nur, dass es mit einer bevorstehenden Rentenreform zu tun hat. (Es ist eine der Merkwürdigkeiten französischer Streiks, dass denjenigen, die davon betroffen sind, nie erklärt wird, worum es eigentlich geht: Man steht nur vor einem Schild, dass dieses Geschäft geschlossen ist, jener Zug nicht fährt "wegen Streik". Was mit dem Streik erreicht werden soll, wird nie gesagt. Das weiß "man" offenbar – nur ich halt nicht.)

Die Auswirkungen haben etwas von Szenen aus "Ausgebrannt": Da Demonstranten Ölhäfen und Tanklager blockieren, kriegt man an Tankstellen kein Benzin mehr oder nur eingeschränkt – unsere Nachbarin kam gestern mit einem Tipp, wo man noch für bis zu 15 Euro tanken könne. Taxen fahren kaum noch. In den Supermärkten tun sich erste Lücken in den Regalen auf. Und eben das: Züge (und Flüge erst recht) fallen aus. Massenhaft.

Gut, das mag sich bis zum Wochenende alles wieder beruhigt und eingespielt haben. Aber vielleicht eben auch nicht. Es bleibt spannend. Alle paar Stunden checke ich die Webseite der SNCF, um mich auf den laufenden Stand zu bringen. Gestern hieß es, die Streiks gingen bis heute früh, nun gehen sie bis morgen früh. Gestern fuhren nur zwei Züge bis Paris, alle anderen sind ausgefallen. Es könnte ein Abenteuer werden, sich bis nach Deutschland durchzuschlagen.

Bericht aus Basel

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Zum 550. Geburtstag der Universität Basel traten Hirnforscher und Schriftsteller am 29. Mai 2010 im Rahmen einer eintägigen Vortragsreihe in Dialog. Einer der Schriftsteller war ich. Und das Ganze wurde ein erstaunlich interessanter Tag.

Dabei begann es eher, sagen wir mal, stirnrunzelfördernd. Als "Key Speaker" war – vermutlich aus Publicity-Gründen – der amerikanische Erfinder und Autor Ray Kurzweil geladen, der eine Stunde lang das erzählte, was er immer erzählt (er hatte sich nicht mal die Mühe gemacht, aus seiner Powerpoint-Datei die Bilder zu entfernen, die er nicht brauchte), nämlich, dass sich der technische "Fortschritt" exponentiell entwickle und deshalb (?) alles immer schneller immer besser werde. Wie man ja jeden Tag in den Nachrichten sehen kann. Da er bekanntlich überzeugt ist, dass die Medizin den Schlüssel zur körperlichen Unsterblichkeit noch seinen Lebzeiten finden werde, schloss der 62-Jährige mit der Drohung, er werde zum 1.000-sten Jubiläum der Universität wiederkommen, und damit war das überstanden.

Dann kamen die richtigen Wissenschaftler zu Wort. Und wer – wie ich – erwartet hat, deutsche oder europäische Wissenschaftler hielten ihre Vorträge noch immer nach dem Motto "Imponieren statt Informieren" (so, wie ich es in meiner eigenen Studienzeit erlebt hatte), der wurde eines Besseren belehrt. Alle Beiträge waren kurz, knackig, auf den Punkt und überaus unterhaltsam. Selbst ohne tiefgreifende Vorkenntnisse auf dem Gebiet der Hirnforschung konnte man an diesem Tag eine Menge mitnehmen.

Ich erhalte sehr viele Einladungen, auf irgendwelchen Veranstaltungen zu sprechen, und die meisten muss ich aus Zeitgründen oder weil es thematisch beim besten Willen nicht passt (wer eine Rede hält, sollte auch was zu sagen haben) ablehnen, aber diesmal passte alles: Erstens kam die Einladung rechtzeitig genug, ein gutes Jahr vorher (wenn Kalender noch schön leer aussehen), zweitens strahlte alles von vornherein Wohlorganisiertheit aus (die Schweiz halt), das Honorar lag in einem vernünftigen Rahmen und viertens – und da hatte die Veranstalterin einfach Glück – beschäftigte ich mich im Rahmen meiner Arbeit an meinem neuen Jugendbuch ohnehin gerade mit Neurologie und Gehirnforschung, sodass ich sozusagen ein natürliches Interesse an dem Thema mitbringen konnte.

Beim festlichen Abendessen am Samstagabend im Gästehaus der Universität erzählte ich meinem Sitznachbarn, einem Professor für Neuropsychologie, die Grundprämisse von "Black*Out", und fragte ihn, ob das, was ich mir da so kühn ausgedacht hatte, in Wirklichkeit auch funktionieren könnte, technische Machbarkeit vorausgesetzt (und die darf man nach Mr. Kurzweil ja wohl voraussetzen, denn alles wird ja immer schneller immer "besser"). Er brauchte gar nicht nachzudenken: "Klar", sagte er sofort. "Würde funktionieren."

So trafen sich einmal mehr Phantasie und Wissen.

Im Dialog mit Hirnforschern

Wer in der Nähe von Basel wohnt und noch nicht weiß, was er am kommenden Samstag unternehmen könnte: Eine Möglichkeit wäre, rüberzuschlendern an die Universität Basel (Aula, Petersplatz 1) und sich anzuschauen, ob und falls ja, wie Hirnforscher und Autoren miteinander in Dialog treten über Themen wie Intelligenz, Kreativität, Angst und dergleichen. Aus der schreibenden Zunft nehmen teil: Ralf Isau, Peter Schattschneider, Franz Rottensteiner und ich. Genaueres findet man im Programm der Veranstaltung. Der Eintritt ist frei, und es wird auch Signierstunden geben. Wann genau, steht noch nicht fest.

Lesereise: Verlauf steht fest

Inzwischen stehen die Orte fest, die ich bei meiner Nachhol-Lesereise im Herbst besuchen werde. Wer sich dafür interessiert, kann sich den Verlauf in meinem Kalender anschauen. Die genauen Veranstaltungsorte, Uhrzeiten und so weiter folgen rechtzeitig.

Um einem weit verbreiteten Missverständnis gleich vorzubeugen: Nicht ich bin es, der so eine Lesereise festlegt – die Initiative dazu geht immer von Buchhändlern, Bibliothekaren und so weiter aus. Die melden sich beim Verlag, und dort organisiert eine freundliche Dame (nachdem sie mich überredet hat, eine gewisse Zeit darauf zu verzichten, das zu tun, was ich wirklich kann, und stattdessen auf Lesereise zu gehen) alles weitere. Es hat also keinen Zweck, mir zu schreiben, ich möge doch mal hierhin oder dorthin kommen! Ihr Buchhändler ist es, den Sie überreden müssen. Und da haben Sie vielleicht schlechte Karten, denn das Interesse daran, etwas derart Unprofitables wie eine Autorenlesung zu veranstalten, ist regional äußerst unterschiedlich ausgeprägt.

Lesereise, neuer Anlauf

Die letzten Herbst ausgefallene Lesereise wird voraussichtlich im kommenden Herbst nachgeholt. Einzeltermine stehen noch nicht fest, aber ein Zeitraum: Die beiden Wochen vom 25. Oktober bis 5. November 2010.

Leider: Keine Lesereise im November

Zum ersten Mal muss ich eine Lesereise aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Ich will hier keine medizinischen Bulletins veröffentlichen; Gesundheit und Krankheit sind Privatsache, auch bei Autoren. Nur soviel und damit niemand deswegen nachfragt: Nein, es ist nicht die Schweinegrippe. (Auch wenn das im Presserummel ein wenig untergeht: Es gibt immer noch ein paar andere Krankheiten.) Und nein, es ist auch nichts Lebensbedrohliches. Ich muss nur schön brav daheim bleiben, dann ändert sich nichts an der Wahrscheinlichkeit weiterer Romane aus meiner Feder.

Sehr leid tut mir das für alle, die sich schon darauf gefreut haben, und noch mehr für diejenigen, die sich viel Mühe gegeben haben, eine schöne Lesereise auf die Beine zu stellen - Buchhändler, Verlagsmitarbeiter, Helfer. Es wäre mir lieber gewesen, es hätte alles wie vorgesehen geklappt - aber der Autor ist bei so etwas nun einmal das schwächste Glied der Kette. Und natürlich soll es eine Ersatz-Lesereise geben, irgendwann im Frühjahr. Genauere Informationen dazu werden Sie hier finden, sobald es welche gibt.

Ich bitte um Verständnis.

Buchmesse!

Ich bin gerade am Packen, und weil ich das so ungern tue, schreibe ich nebenher rasch noch eine Mitteilung, dass ich gerade am Packen bin. Während ich dies schreibe, bin ich das natürlich nicht, sondern genieße eine Verschnaufpause von der nervenzehrenden Tätigkeit, zu entscheiden, welches Hemd und welche Hose mit in den Koffer kommen.

Zu einer Menge Dinge, zu denen ich vor der Messe noch kommen wollte, bin ich nicht gekommen. Wer auf ein Mail von mir wartet, muss noch ein Weilchen länger warten; diese Woche keine Post mehr: Wenn ich reise, bin ich offline.

Wo wird man mich antreffen? Das lässt sich bei einer Veranstaltung wie der Frankfurter Buchmesse nur in Begriffen beschreiben, wie man sie normalerweise für Atomteilchen verwendet: Mein Ort der größten Aufenthaltswahrscheinlichkeit wird der Lübbe-Stand sein - aber rechnen Sie nicht damit!

Und wann? Donnerstag, Freitag und Samstagvormittag. Dann geht es wieder nach Hause, weiterschreiben. Auf der Buchmesse haben Autoren ja eigentlich gar nichts verloren. Aber ab und zu ist es trotzdem ganz verlockend...

So. Ende der Packpause. Zurück zu den Socken.

Termine für Lesereise stehen fest

Inzwischen stehen die Termine für die diesjährige Lesereise im Herbst fest. Sie sind im Kalender nachzulesen, und es wird natürlich um mein neues Buch gehen.

Husten

Ob wohl gerade irgendeine psychologische Forschungsgruppe ausgedehnte Studien durchführt? Manche Reisende husten so lange und penetrant, als wollten sie herausfinden, ob man auf diese Weise eine Massenpanik auslösen kann. Eine Schweinegrippenstampede sozusagen.

Im Zug nach Brest: letzte Etappe

Manchmal macht Reisen Spaß. Unterwegs zu sein bei schönem Wetter, in dünn besiedelten Zügen, ausreichend Zeit beim Umsteigen zu haben, um in einem annehmbaren Restaurant genau dann etwas zu essen zu bekommen, wenn man gerade Hunger hat, und wenn das dann auch noch überraschend gut schmeckt, und sei es nur, weil man gerade Hunger hat - dann reist man in einem Gefühl von Freiheit, von Unbeschwertheit, hat den Eindruck, mit den Dingen und Ereignissen zu fließen wie ein Blatt, das vom Wasser eines heiter plätschernden Baches davongetragen wird.

Doch irgendwann ist man müde, beginnt, sich unangenehm staubig und verschwitzt zu fühlen, wird allmählich steif vom vielen Sitzen und, ja, die Reise dauert dann einfach schon zu lange und man wäre froh, endlich da zu sein. Doch man ist es nicht. Womöglich ist das Ziel sogar noch weit entfernt, also schleppt man sich eben weiter, so gut es geht, was bleibt einem anderes übrig?

Und seltsamerweise genau dann tauchen weitere, vollkommen unnötige Widrigkeiten auf, als wären es gar icht die Zufälle, als die sie gelten, sondern fiese kleine Dämonen, die sich gezielt auf einen stürzen, als röchen sie die geminderte Widerstandskraft und den gesunkenen Mut: Genau dann wird man von einem Bettler nach dem anderen angemacht, genau dann taucht jemand mit einer unglaublichen Alkoholfahne auf und will einen belabern, genau dann wird man an der Theke des Imbissstandes erst mal übersehen und bekommt am Ende auch noch falsch herausgegeben.

Ein eigentümliches Phänomen. Warum ist das so? Ich denke immer, wenn man die Antwort darauf wüsste, würden sich noch viele weitere Rätsel des Daseins klären.

Vielleicht muss man deshalb immer wieder reisen: Um immer wieder aufs Neue mit diesem Phänomen konfrontiert zu werden.

Epinal - Das große Abendessen

Der Samstag ist bei solchen Festivals traditionell der Tag, an dem die Hochämter kulminieren: Am frühen Abend werden eventuelle Preise für beste Bücher, Illustrationen, Übersetzungen und dergleichen verliehen, in festlichem Rahmen und wortreich, später lädt dann ein hochrangiger Vertreter der lokalen Politik (meist der Bürgermeister oder dessen für die Belange des Festivals Deputierter) die zahlreichen Ehrengäste des Festivals zum großen Dinner, das spät beginnt und entsprechend spät endet, selten vor Mitternacht. Vom Menü muss man sich überraschen lassen, aber allzu unangenehme Überraschungen habe ich dabei noch nie erlebt; man bekommt auf diesem Wege Gerichte vorgesetzt, die zu bestellen man nie auf die Idee kommen würde, und der Zugewinn an Erfahrungshorizont wiegt die paar nicht ganz so kompatiblen Geschmackserlebnisse dabei locker auf.

Erfreulich hier in Épinal: Dass, wenn man eines der zentral gelegenen Hotels erwischt hat, alles in walking distance ist.

Epinal - Das Festival in vollem Gang

Der gestrige Tag war anstrengend, wie das erste Tage auf derartigen Festivals immer so an sich haben. Diesmal war es so, dass ich am Bahnhof ankam, gleich von zwei Leuten des Fahrdienstes (das Festival findet an mehreren über die Stadt verteilten Orten statt, da braucht man so etwas) abgeholt und quasi sofort in eine bereits laufende Debatte über die Verkehrsmittel der nahen Zukunft ("Mit dem Auto, der Rakete oder zu Fuß?") verfrachtet, und kaum hatte ich meinen Platz auf dem Podium eingenommen, bedachte mich der Moderator auch schon mit einer Frage.
Puh.

Langweilig wird es den Autoren also nicht; der Tagesplan ist jeweils dicht gepackt, und Zeit, sich selber irgendwelche Podiumsdiskussionen anzuhören oder dergleichen bleibt wenig. Gestern war sogar das Mittagessen verplant: Zwei Autoren und eine Handvoll Festivalbesucher, die sich rechtzeitig dafür angemeldet hatten; Diskutieren und Essen in einem ruhigen Nebenzimmer eines Restaurants in der Altstadt von Épinal. Das erwies sich als ein durchaus gelungener Tagesordnungspunkt; ergiebiger als so manche Diskussion mit zu vielen Teilnehmern auf der Bühne. Zwischendurch kam noch der Direktor des Festivals auf einen Happen und ein paar Fragen vorbei, so lernt man so jemanden auch mal kennen.

Auf dem Festival ist - ungewöhnlich - noch ein weiterer deutscher Autor, Bernhard Hennen, den ich zwar vom Namen und einigen Büchern her kannte (zwar bin ich eigentlich kein Fantasy-Leser, aber trotzdem ein Fan der - leider unvollständig gebliebenen - "Gezeitenwelt"-Saga), dem ich aber hier zum ersten Mal begegnet bin. Abends klinken wir uns aus, gehen ein Bier trinken und tun, was Autoren bei solchen Gelegenheiten tun, wir reden übers Schreiben.

Verpasst

Das mit dem Abholen hat schon mal nicht geklappt. Pech, wenn man an einem Bahnhof aussteigt, der mehrere Ausgänge hat - und es nicht gleich merkt! Die Halle des Nebenausgangs des Bahnhofs von Metz stünde so manchem Bahnhof gut als Haupthalle, so bin ich erst mit Verspätung überhaupt auf die Idee gekommen, es könnte noch einen anderen Passagiertunnel und demzufolge einen anderen Ausgangsstrom geben. Das erbrachte aber auch kein Treffen, und so nahm ich schließlich ein Taxi, weil länger als eine halbe Stunde zu warten sinnlos ist. Es hätte ja auch was dazwischen gekommen sein. War es aber nicht, als ich im Hotel einlaufe, telefoniert die Frau an der Rezeption schon mit der Frau vom Goethe-Institut. Vom Hotel aus sind es nur noch vierhundert Meter bis zur Buchhandlung, das wird ja hoffentlich klappen.

Aber Metz ist eine schöne Stadt! Eine Reise wert. Ich muss hier mal auf eigene Faust herkommen und mir genug Zeit nehmen.

Unterwegs nach Epinal

Ich bin unterwegs nach Metz; der TGV rollt noch gemütlich durch bewaldete Landstriche der Bretagne. Metz, das ist eine Tagesreise; würde ich noch in Stuttgart leben, ich wäre schneller dort.

Ich bin gespannt auf heute abend: Meine erste Lesung in deutscher Sprache auf französischem Territorium! Noch bin ich skeptisch, ob das so passieren wird. Bei der Lesung in Toronto hat man mich auch kurz vorher gebeten, doch lieber in Englisch zu lesen. Das war zwar eine nicht uninteressante Erfahrung für mich, aber hinsichtlich des Daseinszwecks der Goethe-Institute doch eher kontraproduktiv: Ist nicht deren Aufgabe, die Verbreitung der deutschen Sprache in der Welt zu fördern? Da darf man nicht immer gleich einknicken.

Daten der Lesereise stehen fest

Inzwischen habe ich die genauen Daten meiner Lesereise. Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine meiner Lesungen anzutun, findet im Kalender alle Angaben, wo und wann das jeweils stattfindet.

Darf man Bücher zum Signieren mitbringen? Ja, darf man. Sie dürfen auch gelesen sein und dürfen auch so aussehen; jeden Autor freut es, wenn seine Bücher nicht nur gekauft, sondern auch gelesen werden. Aber: Bitte nicht die ganze Sammlung! Mit Rücksicht auf die anderen Gäste und auf den Autor. Maximal so 2-3, würde ich vorschlagen. Dann sehe ich auch gleich, was Ihre Lieblingsbücher sind...

Ein Ort war falsch angekündigt: Tübingen. Dort lese ich nicht, das war ein Übertragungsfehler; dort befindet sich lediglich der Hauptsitz der Buchhandelskette Osiander. Lesen werde ich jedoch in deren Filiale in Neustadt an der Weinstraße.

Lesereise Ende November

Eigentlich wollte ich dieses Jahr ja keine Lesereise mehr machen, sondern mich ganz aufs Schreiben konzentrieren. Aber nun kommt im Herbst "Ausgebrannt" in der Taschenbuchausgabe heraus, und irgendwie war mir dann doch danach, mich damit ins vorweihnachtliche Gewühl zu stürzen.

Als ich meinen Verlag anmailte deswegen, rechnete ich halb und halb damit, etwas in der Art zu hören zu kriegen von wegen "ach, Herr Eschbach, jetzt kommen Sie damit an, nachdem Sie die ganze Zeit...", aber nein, siehe da, es war durchaus noch nicht zu spät, die letzten beiden Novemberwochen waren verplant wie nix.

Im Augenblick weiß ich selber nur, in welche Orte es gehen wird (kreuz und quer durch die Republik mal wieder). Wer nachsehen will: Im Kalender habe ich sie schon mal eingetragen. Alle weiteren Informationen folgen, sobald ich sie habe.

Lesung in Toronto

Ende letzten Jahres erreichte mich eine Einladung aus Kanada: Das Goethe-Institut in Toronto wollte gerne eine Lesung mit mir veranstalten, und zwar aus den "Haarteppichknüpfern", auf Englisch bekanntlich erschienen unter dem Titel "The Carpetmakers". Da sich der vorgeschlagene Termin - Ende September 2008 - ideal in meinen Jahresplan einfügte und mich offen gestanden natürlich auch die Reise als solche lockte, sagte ich zu.
Inzwischen ist die ganze Sache in trockenen Tüchern; es gibt auch schon eine offizielle Ankündigung auf der Website des Goethe-Instituts. Die Lesung findet statt am 26. September 2008 um 19 Uhr, wie man als Europäer sagen würde, im Beeton Auditorium der Toronto Reference Library. Von der Toronto Public Library heißt es, es sei die größte öffentliche Leihbibliothek Nordamerikas: Ich bin mal gespannt, wie so etwas aussieht!