Tipp unter Kollegen: Papyrus Autor 7

Ich sollte endlich mal erwähnen, dass vor rund einem Monat die neue Version 7 meiner Lieblings-Textverarbeitung Papyrus Autor erschienen ist.

pap7-zeitstrahl
Was ist daran neu? Neben allerlei kleineren Verbesserungen und vielen Bugfixes ist das herausstechende neue Merkmal eine ausgefeilte Timeline-Funktion (die im Programm "Zeitstrahl" heißt, weil die Anglizismen ja nicht überhandnehmen müssen). Man kann nun jedem Kapitel und jeder Szene eine genaue Position und Dauer im Zeitverlauf zuordnen, was für jemandem wie mich, der schon einmal munter eine Woche aus acht Tagen unterstellt hat (in einem der "Marsprojekt"-Romane; zum Glück war die Lektorin damals auf Draht und hat es rechtzeitig gemerkt), ein überaus nützliches Instrument zu werden verspricht. Die Zeitleiste ist denkbar flexibel, man kann eine Handlung genauso über Jahrhunderte ausdehnen wie minutengenau takten (was hätte Agatha Christie dafür gegeben?), raus und rein zoomen, "leere" Zeitabschnitte raffen und vieles mehr, wobei die Handhabung ziemlich intuitiv ist, möchte ich meinen. Man kann sich das anhand dieses Videos zeigen lassen.

Weitere Neuerungen sind z.B. "Geistertext", was bedeutet, dass man Textpassagen, die z.B. Notizen über die sich im Hintergrund abspielende Handlung enthalten, zwar im Manuskript haben, aber gleichzeitig ausgeblendet halten kann. Das entspricht etwa dem "unsichtbaren Text" anderer Programme, nur in einer Luxusversion, denn auf diese Weise kann man Szenen, die sich zwar ereignen, aber nicht geschildert werden sollen (die finsteren Intrigen der Bösewichte etwa), trotzdem als Szene in der Zeitleiste haben und die anderen Szenen entsprechend anordnen.

Was noch? Die Exportmöglichkeiten in Richtung eBook sind deutlich erweitert worden; die epub-Ausgabe ist wesentlich komfortabler geworden, ferner kann man jetzt auch mobi-Dateien direkt aus Papyrus heraus erzeugen. Der Navigator, also die Übersicht über die Struktur des Textes, ist wesentlich verbessert worden (und sieht besser aus als bisher); so kann man z.B. nun direkt im Navigator Kapitel und Szenen erzeugen. Und so weiter, und so weiter. (Wobei ich auch, wie wohl jeder, nicht alle Funktionen nutze, die Papyrus Autor bietet. Aber die, die ich nutze, vermisse ich jedes Mal schmerzlich, wenn ich mit anderer Software zu tun habe.) Ein weiteres Video erklärt die Neuerungen übrigens besser, als ich das hier kann.

Weitere Information sowie eine (zeitlich nicht begrenzte) Demo-Version zum Ausprobieren finden sich hier.

Hinzuzufügen bleibt, dass ich keinerlei Anteile an der Firma ROM-Logicware halte, sondern schon ganz damit zufrieden bin, dass die Jungs hin und wieder eine Idee von mir aufgreifen hinsichtlich dessen, was Schriftsteller für ihre Arbeit brauchen. Ich rühre die Werbetrommel vor allem, weil ich mir wünsche, dass dieses Programm noch lange, lange existieren und weiterentwickelt werden möge.

Die Lesung kommt zu Ihnen...

Da meine für den November geplante Lesereise ausfallen musste, habe ich mir ein kleines Trostpflaster ausgedacht: Eine Online-Lesung. Nicht aus dem "König für Deutschland", allerdings – aus dem lese ich erst auf der Lesereise. Soviel Exklusivität muss sein. Ich lese bei diesem ersten Experiment eine Kurzgeschichte, die sich aus Gründen, die Sie verstehen werden, wenn Sie sie sich anhören, hierfür besonders anbot.

Wie immer, wenn etwas aus der wirklichen Welt in der Online-Welt nachgebildet wird, kommen nicht nur Vorteile hinzu (die üblichen Vorteile des Online-Verkehrs: Ortsunabhängigkeit, Zeitunabhängigkeit, und alles bequem von zu Hause aus), es fallen auch ein paar unter'n Tisch. Zum Beispiel können Sie nicht begeistert aufspringen, sofort das zugehörige Buch kaufen und gleich im Anschluss weiterlesen, wie Sie es können, wenn Sie sich für eine Lesung in Ihre Lieblingsbuchhandlung begeben. Auch die anschließenden Fragen an den Autor und dessen Antworten entfallen; es ist eben doch nicht "live". Und signieren kann ich Ihnen natürlich auch keine Bücher auf diesem Wege.

Aber ich sag mal: Besser als nichts. Und ich bin sehr gespannt, wie dieser erste Versuch ankommt. Wenn Sie also Lust haben, horchen Sie doch hier rein und schreiben Sie mir, wie es Ihnen gefällt.

Software für Autoren: Papyrus

Wohlgemerkt: Es ist nicht das Geringste dagegen einzuwenden, seine Romane mit Microsoft Word zu schreiben. Das ist das wohl am weitesten verbreitete Textprogramm, es kann praktisch alles, und wenn man es verwendet, ist man ohne weitere Umstände mit aller Welt kompatibel, inklusive der Verlagswelt. Wenn Sie also damit zurechtkommen und bis jetzt nie den Gedanken hatten, nach was anderem zu suchen, dann bleiben Sie um Himmels Willen dabei.

Andernfalls hätte ich hier einen heißen Tipp. Lesen Sie mehr...

Zehn Jahre...

...ist es schon her, dass ich zum ersten Mal meine Homepage ins Internet gestellt habe: Im Januar 1998 war das. Seither ist viel passiert, aber die optische Gestaltung meiner Website blieb nach ein paar Varianten lange Zeit dieselbe. Nicht, weil ich keine Alternativen erwogen hätte, das habe ich durchaus immer mal wieder. Es gefiel mir nur keine davon besser als das, was ich hatte.

Dann kam letztes Jahr mein Umstieg auf den Mac. Ich kündigte eine längere Pause an, was meine Website betraf, versäumte allerdings zu definieren, was ich unter "länger" verstand. Also dauerte es keine drei Wochen, bis die ersten besorgten Mails kamen: Ob ich denn womöglich nicht zurechtkäme mit dem Mac? Auf meiner Homepage hätte sich nun schon lange nichts mehr getan, so schwierig könne das doch nicht sein...?

War es auch nicht. Die Umgewöhnung ging ratz-fatz; schon eine Woche, nachdem ich den Mac auf meinem Schreibtisch aufgestellt hatte, kam mir mein alter PC vor wie eine gusseiserne Dampfmaschine. Aber es war auch mal ganz schön, sich einfach nicht um eine Homepage kümmern zu müssen. Wenn da nicht immer diese Mails gewesen wären, die nachhakten, was denn los sei, ob es mir gut ginge und so weiter! Wollte ich mich nicht ganz aus dem Internet verabschieden (was, wer weiß, eines Tages durchaus noch passieren kann), dann musste ich irgendwann weitermachen. So zum zehnjährigen Jubiläum, sagte ich mir, das war ein guter Zeitpunkt für einen Neuanfang.

Einen Neuanfang auch, was das Technische betraf. Bisher hatte ich alles von Hand in HTML codiert: Was nicht ganz so aufwendig und auch nicht so schwierig ist, wie es für den, der sowas noch nie gemacht hat, klingen mag. Aber es war eben doch immer ein Angang, der ein Umschalten vom Romanschreib- in den Programmiermodus erforderte. Und ich scheine der Programmierei allmählich abhanden zu kommen, jedenfalls hatte ich mich zu diesem Umschalten in den vorangegangenen Jahren, wie regelmäßige Besucher meiner Website wissen, immer seltener aufgerafft, so dass in der laufenden Chronik immer wieder große Lücken klafften.

Nach einigem Überlegen und Herumprobieren entschied ich mich schließlich, Nägel mit Köpfen zu machen und meine Homepage umfassend neu zugestalten. Ich habe mir ein hübsches kleines "Content Management System" zugelegt, um mich künftig weniger mit dem rein technischen Gefrickel und mehr mit dem Erzeugen von Content - zu deutsch: Text - zu beschäftigen, was ich sowieso lieber tue.

Was ist nun anders? Abgesehen von der Gestaltung, der durchgehend einheitlichen Menüführung und der für mich weitaus leichteren Handhabung - von der Sie nichts haben (außer vielleicht, dass ich mich künftig eventuell zu größerer Aktualität aufraffe), ist im Grunde alles noch fast so, wie es war. Oder wird demnächst wieder so sein. Bloß eben ein wenig anders anders angeordnet - logischer, hoffe ich. Es sind noch nicht alle Sachen umgezogen, aber die kommen alle früher oder später wieder.

Im Augenblick wird der eine oder andere die Fragen und Antworten zum Schreiben vermissen: Keine Sorge, die kommen auch wieder. Dafür gibt es einstweilen - neu - die Artikel über das Schreiben, die ich für die Zeitschrift "phantastisch!" geschrieben habe und die dort erstmals erschienen sind.