Unter Philosophen

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Mit der Zeitschrift für Philosophie "der blaue Reiter" verbindet mich vor allem, dass deren erstes Heft zum Thema "Geld" mir vor langer Zeit – damals nämlich, als ich gerade dabei war, meinen Roman "Eine Billion Dollar" zu entwickeln – eine Menge Stoff zum Nachdenken gab und mich auch zu der einen oder anderen entscheidenden Einsicht führte. Weswegen besagtes Heft in besagtem Roman in der Literaturliste auftauchte, was wiederum die (damals noch, ebenso wie ich, in Stuttgart ansässige) Redaktion des "blauen Reiters" freute, denn Philosophie ist ja nun nicht gerade das profitabelste Metier; da freut man sich über jede Werbung.

Über zehn Jahre später gibt es den "blauen Reiter" immer noch, wenn er auch inzwischen (denn, wie schon Heraklit erkannte, ist alles stets im Wandel) aus Aachen angeritten kommt, und es gibt wieder ein Heft zum Thema "Geld" im weitesten Sinne, genauer gesagt, ein Heft über "Philosophie und Wirtschaft" mit dem Untertitel: "Krise und Zukunft des Kapitalismus". Hierfür bat mich der Chefredakteur um einen Beitrag, was sich insofern mal wieder gut traf, dass mir in dem Moment, in dem seine Anfrage bei mir eintraf, ohnehin ein paar Ideen und Gedanken zu diesem Thema durch den Kopf gingen, von denen ich nicht recht wusste, was ich daraus machen sollte: Sie nur im Tagebuch zu lassen schien mir zu schade, in einen Roman passten sie nicht … es war, ja, eher was Philosophisches. Im weitesten Sinne. Denn in der Kunst akademischer Textgestaltung (nach dem Motto "Imponieren geht vor Informieren" oder: "Warum es einfach und klar sagen, wenn man es auch kompliziert und unverständlich ausdrücken kann?") bin ich nicht wirklich bewandert; an der Tür zum Elfenbeinturm ließe man mich wohl gar nicht erst ein. Da kam dieses Angebot von einer Zeitschrift, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Philosophie elfenbeinfrei und auf Augenhöhe mit dem Leser darzustellen (das Wort "allgemeinverständlich" passt hier nicht, denn natürlich geht es auch in der Philosophie nie ohne eigenes Denken ab, und das schränkt die Zielgruppe durchaus empfindlich ein), gerade recht.

Was erwartet den geneigten und interessierten Leser? Der Titel meines Beitrags lautet "Die Fußballtheorie des Geldes", und ich erkläre darin anschaulich, relativ mathematisch und, so will mir scheinen, unmissverständlich unter anderem, warum die Vorstellung, die Staatsschulden könnten jemals abgebaut werden, völlig utopisch ist (ganz egal, wer Finanzminister ist und was dieser tut oder lässt), warum auch die Idee, dass uns Wirtschaftswachstum retten könne, Unfug ist (tatsächlich wird dadurch alles immer noch schlimmer), und komme zu dem Schluss, dass das, was gegenwärtig als "Krise des Kapitalismus" betrachtet wird, in Wirklichkeit die Auswirkung eines Konstruktionsfehlers im Finanzsystem ist (sprich: die Krise gäbe es auch ohne Kapitalismus).

Was es sonst noch für Beiträge gibt, kann man dem Inhaltsverzeichnis entnehmen. Erwerben kann man die Zeitschrift in jeder guten Buchhandlung; man kann sie dort auch bestellen lassen, übrigens auch dann, wenn die Buchhandlung ansonsten keine Zeitschriften führt. Und natürlich kann man sie auch direkt beim Verlag bestellen.

Hier die Angaben:
der blaue reiter, Ausgabe 30
ISBN: 978-3-933722-32-4
Preis: 15,90 € (D), 16,40 € (A), 29,50 sfr